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Codex: Was ist er und wie beeinflusst er Sie und Ihre Gesundheit?

Von Paul Anthony Taylor

Oktober 2006 – Codex ist kein Thema, das sich leicht in den Griff bekommen lässt. Bei über 20 Komitees, die sich jährlich treffen, und veröffentlichten Berichten, die alleine im Jahr 2005 insgesamt über 1400 Seiten umfassten, wissen die meisten Menschen nicht, inwieweit seine Aktivitäten ihre Gesundheit beeinflussen. Lesen Sie weiter, um das ganze Ausmaß zu entdecken, das hinter der Unterstützung des „Geschäfts mit der Krankheit” von Seiten der Codex-Alimentarius-Kommission steckt.

Was ist der Codex?

Die Welthandelsorganisation benutzt Codex-Richtlinien und -Standards als Maßstab bei gerichtlichen Entscheidungen über internationale Handelsstreitigkeiten, die Nahrungsmittel einschließen. Ihre Hauptquartiere, oben, befinden sich in Genf, Schweiz.

Die Codex-Alimentarius-Kommission (Codex) ist die weltumfassende Hauptinstitution, die den Generaldirektoren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the UN, FAO) bei allen Anliegen, die die Durchführung der Nahrungsmittelstandard-Programme der FAO/WHO betreffen, Vorschläge macht und von diesen um Rat gefragt wird. Die Kommission wurde 1963 gegründet. Ihre Hauptaufgaben sind in ihrem Verfahrenshandbuch angegeben: Schutz der Gesundheit der Verbraucher; Gewährleistung von gerechten Handelsbräuchen beim Lebensmittelhandel und Vorantreiben der Koordination aller Arbeiten über Nahrungsmittelstandards, die von internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen durchgeführt wurden. Wie wir sehen werden, beschützen ihre Aktivitäten leider nicht die Gesundheit der Verbraucher, und der internationale Lebensmittelhandel ist auch alles andere als gerecht.

Als dieser Artikel verfasst wurde, waltete die Kommission über insgesamt 27 aktive untergeordnete Komitees und kurzfristig einberufene zwischenstaatliche Arbeitsausschüsse, deren Hauptfunktionen sich um das Verfassen von Standards, Richtlinien und anderen dazu gehörenden Texten für Nahrungsmittel, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, drehen. Sobald diese Texte vollendet sind, werden sie der Kommission zur endgültigen Freigabe und Einführung als neue globale Standards vorgelegt.

Wie beeinflusst der Codex Sie und Ihre Gesundheit?

Codex-Standards und -Richtlinien existieren jetzt für nahezu alle Lebensmittel

Während die Einführung der verschiedenen vom Codex entwickelten Standards und Richtlinien durch die Länder theoretisch optional ist, änderte die Bildung der Welthandelsorganisation (WTO) am 1. Januar 1995 wesentlich ihren internationalen Status, und zwar insofern, als dass sie von der WTO jetzt in zunehmenden Maße als Maßstab bei gerichtlichen Entscheidungen über internationale Handelsstreitigkeiten, die Nahrungsmittel einschließen, genutzt werden. Die mögliche Bedrohung, in solch eine Auseinandersetzung hineingezogen zu werden – und sie zu verlieren –, macht die Einführung von Codex-Richtlinien und -Standards insofern zwingend notwendig, da sie WTO-Mitgliedsländern nur eine kleine oder gar keine andere Möglichkeit übrig lässt, als ihnen zu entsprechen. Angesichts der Tatsache, dass insgesamt 149 Länder derzeit Mitglieder der WTO sind, und dass Codex-Standards und -Richtlinien nun für nahezu jedes Nahrungsmittel, das man nennen kann, existieren, bedeutet dies im Grunde, dass die Aktivitäten vom Codex jetzt direkt die überwiegende Mehrheit der Menschen auf diesem Planten beeinflusst.

Neben dem Handeln mit gewöhnlichen Lebensmitteln legt der Codex jedoch auch Standards und Richtlinien für unter anderem Folgendes fest: Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen; Gesundheitsaussagen; Bio-Lebensmittel; gentechnisch veränderte Lebensmittel; Lebensmittelkennzeichnung; Werbung; Lebensmittelzusatzstoffe und Pestizid-Rückstände. Bezeichnenderweise ist daher, wie wir weiter unten sehen werden, in all diesen Bereichen der Beweis erbracht, dass der Codex zunehmend ökonomische Interessen – und insbesondere jene der Pharma- und Chemie-Industrie – vor die menschliche Gesundheit stellt.

Codex-Richtlinien für Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen

Die Richtlinien für Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen wurden von der Codex-Alimentarius-Kommission bei ihrem Treffen in Rom, Italien, im Juli 2005 als neuer globaler Standard eingeführt.

Die Richtlinien für Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen wurden von der Codex-Alimentarius-Kommission bei ihrem Treffen in Rom, Italien, im Juli 2005 als neuer weltweiter Standard eingeführt. Die Richtlinien wurden entworfen, indem die restriktive EU-Direktive zu Nahrungsergänzungen als Entwurf genutzt wurde. Sie ordnen die Festlegung von restriktiven oberen Grenzwerten bei den Dosierungen von Vitaminen und Mineralien und den Verbot von Behauptungen an, Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen seien zur Anwendung geeignet bei der Vorbeugung, Linderung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten. Infolgedessen – und unter Berücksichtigung der wachsenden Beweislast, die die beeindruckenden Verbesserungen im Bereich der Gesundheit beim Gebrauch von Nahrungsergänzungen demonstriert – wird ersichtlich, dass die weltweite Erzwingung dieser Richtlinien weit entfernt ist vom Schutz der Gesundheit von Verbrauchern und dass dadurch sichergestellt werden würde, dass der Verkauf kurativer, vorbeugender und therapeutischer Gesundheitsprodukte eine ausschließliche Domäne der Pharma-Industrie bleibt.

Gesundheitsaussagen


Die Codex-Richtlinien zu Aussagen schützen das Patent der Pharma-Industrie auf die Kontrolle unseres Gesundheitssystems.

Es gibt bereits diverse Codex-Texte, die den gesundheitlichen Nutzen, welche Nahrungsmittel-Produkten beizumessen sind, Restriktionen auferlegen – die wahrscheinlich bedeutendsten davon sind die „Codex General Guidelines on Claims”. Diese Richtlinien wurden 1979 eingeführt und 1991 überarbeitet und sind – im Hinblick auf das Einschränken von natürlichen Formen der Gesundheitsvorsorge – gewissermaßen die Wurzel des Codex-Problems, da sie effektiv versuchen sicherzustellen, dass Pharma-Präparate die einzigen Produkte sind, die Aussagen zur Vorbeugung, Linderung, Behandlung und Heilung von Krankheiten machen dürfen. Die „Codex General Guidelines on Claims” unterbinden unter anderem gezielt alle Aussagen, welche implizieren, dass eine ausgewogene Ernährungsweise oder gewöhnliche Lebensmittel keine angemessene Menge aller Nährstoffe liefern und dass Nahrungsmittelprodukte für die Vorbeugung, Linderung, Behandlung und Heilung von Krankheiten geeignet sind. Von daher ist zu erkennen, dass sie hauptsächlich das Patent der Pharma-Industrie auf die Kontrolle unseres Gesundheitssystems schützt.

Bio-Lebensmittel

Der Codex hat Bio-Lebensmitteln in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit geschenkt. Nun wird immer klarer, dass das „Codex Committee on Food Labeling” (Codex-Komitee für Lebensmittelkennzeichnung) versucht, jene weltweiten Bio-Normen zu entschärfen, die den Gebrauch von unter anderem folgenden Substanzen verbieten sollen: Schwefeldioxid, das bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann, Natriumnitrit und Natriumnitrat, die potenziell krebserregend sind und bei Kindern Hyperaktivität zur Folge haben können, sowie die Substanz Carrageen, für die es Beweise gibt, dass sie mit der Bildung von Geschwüren in den Eingeweiden und Krebstumoren im Darm einhergeht. Schlimmer ist jedoch, dass die Codex-Alimentarius-Komission der Arbeit an der Aufnahme von Ethylen in die Codex-Richtlinien zur Produktion, Verarbeitung, Kennzeichnung und Vermarktung von biologisch erzeugten Lebensmitteln kürzlich grünes Licht erteilte. Ethylen wird genutzt, um Früchte künstlich heranwachsen und Gemüse während des Transports reifen zu lassen. Von daher würde eine Freigabe von Ethylen zur Anwendung bei Bio-Lebensmitteln einen beunruhigenden Schritt bedeuten, nämlich in Richtung einer von der WTO erzwungenen Anerkennung derselben dubiosen und unnatürlichen agrarwirtschaftlichen Praktiken, denen nicht-biologische Lebensmittel bereits unterliegen.

Warum will der Codex Bio-Normen auf diese Art und Weise entschärfen? Grundsätzlich gesehen ist es so, dass Bio-Lebensmittel höhere Preise als gewöhnliche, nicht-biologische Lebensmittel erzielen. Die großen Hersteller nicht-biologischer Lebensmittel sehen darin eine gute Gelegenheit, in die Märkte für biologische Lebensmittel einzudringen und größere Profite zu erzielen. Genauer betrachtet fördern Bio-Lebensmittel auf Grund der Tatsache, dass sie größere Mengen an Mikronährstoffen enthalten, jedoch besser die Gesundheit als nicht-biologische Lebensmittel. Zusätzlich enthalten Bio-Lebensmittel natürlich keine Pestizide, Rückstände von tierärztlichen Medikamenten oder gentechnisch veränderten Organismen. Berücksichtigt man deshalb, dass gute Gesundheit nicht im Interesse des „Geschäfts mit der Krankheit” ist, bedeutet der wachsende Bedarf an biologischen Lebensmitteln letztendlich eine Bedrohung der pharmazeutischen und chemischen Industrien – und das nicht nur, weil Bio-Lebensmittel die Gesundheit fördern, sondern auch weil sie auf einen geringeren Bedarf an Pestiziden, tierärztlichen Medikamenten und gentechnisch veränderten Lebensmitteln – und daher geringeren Profiten – hinauslaufen.

Darüber hinaus ist biologisches Saatgut – anders als gentechnisch verändertes Saatgut – nicht patentierbar. Wenn man daher bedenkt, dass einige der ganz Großen in der pharmazeutischen und chemischen Industrie – wie Bayer und BASF – auch ganz Große in der biotechnologischen Industrie sind, lässt sich leicht erkennen, dass die wachsende Popularität nicht-patentierbarer biologischer Lebensmittel in der Tat eine ernstzunehmende und wachsende Bedrohung der Profite des von der Pharma-Industrie geführten „Geschäfts mit der Krankheit” ist.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel


Die wachsende Popularität von Nahrungsergänzungsmitteln, natürlichen Heilmethoden und biologischer Nahrung ist eine ernstzunehmende Bedrohung des von der Pharma-Industrie betriebenen „Geschäfts mit der Krankheit”.

Die Codex-Alimentarius-Kommission verabschiedete ihre ersten Richtlinien und Grundsätze für gentechnisch veränderte Lebensmittel im Jahre 2003. Diese Schriften waren daraufhin in den USA, Kanada und Argentinien maßgeblich an der Lancierung und dem Gewinn einer Handelsstreitigkeit bei der WTO mit der Europäischen Union (EU) beteiligt. Dort wurde argumentiert, die EU habe eine Aussetzung bei der Genehmigung und Einfuhr von Lebensmitteln mit gentechnisch verändertem Material beantragt.

Weitere Richtlinien und Anforderungen für gentechnisch veränderte Lebensmittel befinden sich derzeit in Arbeit und werden vom Codex entworfen. Die letztendliche Einführung dieser Texte wird weiter dazu beitragen, die Freigabe und Einfuhr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln durchzusetzen, die sich für alle WTO-Mitgliedsländer obligatorisch nach ihnen richten. Entscheidenderweise drängen die USA, Kanada und Argentinien daher darauf, dass für Hersteller und Exporteure von gentechnisch veränderten Lebensmitteln keine Erfordernis besteht, das Vorhandensein von gentechnisch modifizierten Organismen auf den Produkt-Beschriftungen anzugeben. Natürlich wollen die großen Hersteller gentechnisch veränderter Lebensmittel genau das, denn sie haben längst begriffen, dass eine wachsende Anzahl an Menschen gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel sind und dass sie darüber hinaus nicht die öffentliche Meinung über diese Produkte in naher Zukunft werden ändern können.

Anders als das Saatgut für normale Lebensmittel ist das Saatgut für gentechnisch veränderte Lebensmittel patentierbar. Dies ist im Wesentlichen der Grund, warum biotechnologische Firmen sehnsüchtig darauf warten, dass diese Lebensmittel auf die Weltmärkte gedrängt werden. Die potenziellen Langzeit-Gewinne sind nämlich so immens, dass man sie wohlwollend mit dem Absatzmarkt pharmazeutischer Arzneimittel vergleichen kann. Angesichts der Tatsache, dass einige der großen Mitwirkenden in der pharmazeutischen und chemischen Industrie – wie Bayer und BASF – auch große Mitwirkende in der biotechnologischen Industrie sind, ist daher zu erkennen, dass die Pharma-Industrie der entscheidende Begünstigte beim Codex ist.

Von daher sind – aus Sicht der Pharma-Industrie – die einzigen Produkte, die wert sind, produziert zu werden, patentierbare Produkte. Die steigende Popularität von Nahrungsergänzungsmitteln, natürlichen Heilmethoden und sogar biologischen Lebensmitteln bedeutet daher eine ernsthafte Bedrohung der Pharma-Industrie. Die finanziellen Interessengruppen hinter der Codex-Alimentarius-Kommission wissen dies natürlich genau und sind deshalb nun verzweifelt damit beschäftigt, ihr Monopol auf die Gesundheitsindustrie aufrechtzuerhalten und in die Produktion von gentechnisch veränderten Lebensmitteln vorzudringen.

Lebensmittelkennzeichnung

Als spezielles Codex-Komitee, das sich mit den Angelegenheiten der Lebensmittelkennzeichnung beschäftigt, existiert das „Codex Committee on Food Labeling” (Codex-Komitee für Lebensmittelkennzeichnung, CCFL) seit 1965. Beim Verbreiten lebensrettender Informationen zu natürlicher Gesundheit kommt dem Bereich der Lebensmittelkennzeichnung eine entscheidende Rolle zu, da Einschränkungen beim geschriebenen Inhalt von Lebensmitteletiketten und in der Werbung dazu beitragen, dass Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln Informationen über den bewiesenen Nutzen von Nahrungsergänzung zurückhalten. Dies ist insofern entscheidend, da der CCFL sich geweigert hat, die Rolle einer optimalen Ernährungsweise bei der Vorbeugung, Linderung, Behandlung und Heilung von Krankheiten anzuerkennen. Auf diese Weise handelt der CCFL im Interesse des von der Pharma-Industrie betriebenen „Geschäfts mit der Krankheit”, anstatt die Gesundheit der Verbraucher zu schützen.

Werbung

Die Auseinandersetzungen darüber, wie und ob der Codex sich bei Werbeangelegenheiten verhalten soll, dauern seit mindestens 1972 an.

Im Mai 2006 wurden diese Auseinandersetzungen bei der CCFL-Versammlung in Ottawa fortgeführt. Sie drehten sich um die Frage, ob man die Arbeit an einer Definition für Werbung einleiten sollte und wo (d.h. innerhalb welches Codex-Textes) eine solche Definition platziert werden sollte. Nach beachtlicher Diskussion über dieses Thema entschied der CCFL, dass in der Tat mit der Arbeit an einer Definition für Werbung begonnen werden sollte.

Aus Sicht der natürlichen Gesundheit ist die Definition alles andere als zufrieden stellend:

„Werbung: jede öffentliche Darstellung, auf jeden Fall mit Ausnahme von Etiketten, die beabsichtigt, die Einstellung, den Glauben und das Verhalten zu beeinflussen und festzulegen, um direkt oder indirekt den Verkauf von Nahrung zu fördern.”

Der Wortlaut dieser vorgeschlagenen Definition wirft diverse entscheidende Fragen auf.

Zum Beispiel: Kann sie auch – so wie ihr Potenzial, auf das Werbeverbot von legitimen, veröffentlichten, durch Fachleute überprüfte wissenschaftliche Forschungsberichten hinauszulaufen – gemeinnützige Organisationen für die Befürwortung natürlicher Gesundheit daran hindern, die Einstellung, den Glauben und das Verhalten in Bezug auf den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln zu beeinflussen und festzulegen?

Könnten gleichermaßen jedwede Werbeverbote, die auf dieser Definition beruhen, gegen das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung verstoßen und / oder gegen das Recht auf die Freiheit, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten (beide sind in Artikel 19 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verankert)?

Ungeachtet dessen sind potenzielle Werbeverbote jedoch nun eindeutig ein Hauptthema beim Codex – vor allem wenn man bedenkt, dass das Überleben des von der Pharma-Industrie betriebenen „Geschäfts mit der Krankheit” von Einschränkungen aller Mittel abhängt, durch die Verbraucher Informationen zu natürlicher Gesundheit beziehen können.

Lebensmittelzusätze

Der Codex hat ein spezielles Komitee, das sich mit der Sicherheit von Lebensmittelzusatzstoffen beschäftigt. Dessen Hauptfunktionen sind unter anderem das Festsetzen ihrer zulässigen Höchstwerte. Der „Codex Food Additive Index” (Index für Lebensmittelzusätze) führt insgesamt etwa 300 individuelle – sowohl synthetische als auch natürliche – Zusatzmittel auf, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen.

Während es möglich ist, dass einige künstliche Zusätze im Wesentlichen ungefährlich sind, wenn sie in kleinen Mengen und getrennt voneinander verzehrt werden, hat der Codex in Realität jedoch nie substanziell über die Tatsache nachgedacht, dass solche Chemikalien nicht getrennt voneinander, sondern zusammen hintereinander konsumiert werden. Von daher werden die kumulativen Langzeit-Effekte, die der Verzehr von mehreren patentierten chemischen und künstlichen Zusätzen auf die Gesundheit von Verbrauchern hat, zum Nutzen ihrer Hersteller größtenteils ignoriert.

Krankheiten, die durch den langfristigen Verzehr von Pestiziden verursacht oder verstärkt werden, vergrößern den potenziellen Markt für pharmazeutische Medikamente.

Es ist deshalb sehr aufschlussreich, dass viele künstliche Zusätze von einigen derselben pharmazeutischen und chemischen Unternehmen hergestellt werden, die Vitaminergänzungspräparate verbieten und gentechnisch veränderte Lebensmittel auf unsere Speiseteller zwängen wollen. Und der Hauptgrund, warum viele dieser Substanzen existieren, ist, dass sie patentierbar sind – und Patente bedeuten höhere Profite. Dies ist gleichermaßen der Fall bei pharmazeutischen Medikamenten und gentechnisch verändertem Saatgut.

Pestizide

Das Codex-Komitee für Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln („Codex Committee on Pesticide Residues”) wurde 1966 gegründet und ist verantwortlich für das Festlegen der maximalen Mengen an Pestizid-Rückständen in spezifischen Lebensmittelartikeln oder in Lebensmittelgruppen. Die Ungefährlichkeit jedes einzelnen Pestizids wird wiederum jedoch gewöhnlich getrennt voneinander untersucht und der Langzeit-Effekt, den das kollektive Vorhandensein auf den Körper haben könnte, wird meistens ignoriert. Angesichts der Tatsache, dass viele dieser gefährlichen Chemikalien von pharmazeutischen und chemischen Unternehmen hergestellt werden, ist es deshalb nicht schwer sich vorzustellen, dass ihre umfassende Nutzung für diese Industrien als doppelter finanzieller Nutzen betrachtet wird. Sie vergrößern nämlich möglicherweise den Markt für patentierte Medikamente, die als Heilmittel für alle Krankheiten genutzt werden können, welche durch ihren Langzeit-Verzehr womöglich verursacht wurden.

Fazit

Beim Codex geht es nicht nur um Nahrungsergänzungsmittel. Tatsächlich ist er das hauptsächliche politische Schlachtfeld, auf dem Krieg darüber geführt wird, wer das weltweite Nahrungsangebot von der Farm bis zum Endverbraucher regulieren und kontrollieren darf. Dieser „Krieg” wird von einem zunehmend verworrenen Netz globaler Autoritäten, Großunternehmen und finanziellen Interessen geführt und als solche sind Handel und Profit die Hauptziele – nicht die Gesundheit des Menschen.

Derzeitige Anzeichen legen nahe, dass die langfristigen finanziellen Gewinner im Kampf um die Kontrolle über das Nahrungsangebot der Welt wahrscheinlich die pharmazeutischen und chemischen Industrien sind; insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Einführung weiterer Codex-Richtlinien für Lebensmittel, die aus der Biotechnologie stammen, nun fast unvermeidbar erscheint. Demzufolge stehen unsere Entscheidungsfreiheit, unsere zukünftige Gesundheit und die Umwelt an sich jetzt eindeutig auf dem Spiel.

Eine gute Ernährungsweise und optimale Gesundheit bedrohen das von der Pharmaindustrie betriebene „Geschäft mit der Krankheit”, da sie die Größe des Markts für synthetische Medikamente verringern. Nahrungsmittel, die frei von Pestizid-Rückständen, künstlichen Zusätzen und anderen Schadstoffen sind, können jedoch definitionsgemäß nur als Ergebnis eines geringeren weltweiten Gebrauchs – oder idealerweise einer vollständigen Eliminierung – dieser Chemikalien zu Stande kommen. Dies wäre natürlich nicht im finanziellen Interesse der pharmazeutischen und chemischen Unternehmen, die solche Substanzen herstellen, da dies eindeutig auf geringere Profite, eine bessere Gesundheit für ganze Bevölkerungsteile und eine konsequente Reduzierung des Gebrauchs synthetischer Medikamente hinauslaufen würde.

Während schlussendlich die Unterstützung des „Geschäfts mit der Krankheit” von Seiten der Codex-Alimentarius-Kommission in letzter Zeit etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten sein mag, wird dieses Geschäft unvermindert fortgeführt und der große Wirkungsbereich der Aktivitäten der Kommission bedeutet eine erhebliche Gefahr für die zukünftige Gesundheit der gesamten Menschheit.

Möchten wir eine Welt sehen, in der unser Zugang zu ungefährlichen, nährstoffreichen Lebensmitteln und effektiven Nahrungsergänzungsmitteln von pharmazeutischen und chemischen Interessen beschränkt und kontrolliert wird? Wenn nicht, dann müssen wir jetzt handeln, bevor es zu spät ist.

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