Die Geschichte des
„Geschäfts mit der Krankheit“
Das mächtigste deutsche Wirtschaftsimperium in der ersten Hälfte
des letzten Jahrhunderts war die Interessengemeinschaft Farben oder kurz:
IG Farben. Diese Interessengemeinschaft war nichts anderes als ein mächtiges
Kartell, das sich aus BASF, Bayer, Hoechst und anderen deutschen Chemie-
und Pharma-Unternehmen zusammensetzte. IG Farben war der größte
Spender in der Wahlkampfkampagne von Adolf Hitler. Ein Jahr, bevor Hitler
an die Macht kam, spendete IG Farben Hitler und seiner nationalsozialistischen
Partei 400.000 Reichsmark. Dementsprechend profitierte IG Farben nach
Hitlers Machtergreifung am meisten von der deutschen Eroberung der Welt,
dem Zweiten Weltkrieg.
Nachstehend erfahren Sie mehr über die folgenden Themen:
 |
Mit Zyklon-B, einem Vernichtungsgas, das Hoechst
produzierte, wurden Millionen unschuldiger Menschen getötet,
bevor man ihre Leichen verbrannte. |
|
Einhundert Prozent aller Sprengstoffe und einhundert Prozent des gesamten
synthetischen Benzins stammten aus den Fabriken von IG Farben. Wann immer
die deutsche Wehrmacht ein weiteres Land erobert hatte, folgte IG Farben
und übernahm systematisch die Industrien dieser Länder. Durch
diese enge Zusammenarbeit mit Hitlers Wehrmacht war auch IG Farben an
der Ausplünderung von Österreich, Tschechoslowakien, Polen,
Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich und all der anderen Länder,
die von den Nazis erobert wurden, beteiligt.
Die Untersuchung der Faktoren, die zum Zeiten Weltkrieg geführt hatten,
die 1946 von der US-Regierung durchgeführt wurde, kam zu der Schlussfolgerung,
dass ohne IG Farben der Zweite Weltkrieg schlichtweg unmöglich gewesen
wäre. Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass es weder
ein Psychopath, Adolf Hitler, noch die Veranlagung zum Bösen des
deutschen Volks waren, die den Zweiten Weltkrieg über die Erde gebracht
haben. Die Geldgier von Unternehmen wie Bayer, BASF und Hoechst war der
Motor für den Holocaust.
Niemand, der Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ gesehen
hat, wird die Szenen im Konzentrationslager Auschwitz je vergessen können.
Die Geburt von IG Farben und die Unterstützung
für Hitler (aus dem Buch „Sword And Swastika“ von Telford
Taylor)
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden 1926 alle großen Chemiekonzerne
in ein einziges gigantisches Syndikat – die IG Farbenindustrie AG
– unter der Leitung von Carl Duisberg und Carl Bosch zusammengeschlossen.
Farbstoffe, Pharmazeutika, Hilfsstoffe für die Fotoindustrie, Sprengstoffe
und unzählige andere Produkte wurden in immer größerer
Zahl und Vielfalt hervorgebracht.
Bald nach der Wahl vom Juli 1932, in der die Nazis ihren Stimmanteil verdoppelt
hatten, warteten Heinrich Bütefisch [Chef der Leuna-Werke von IG
Farben] und Heinrich Gattineau [ein Offizieller von IG Farben, der gleichzeitig
SA- Offizier war und sowohl Rudolf Hess als auch Ernst Röhm persönlich
kannte] darauf, dass Hitler an die Macht kam, damit IG Farben für
das Programm zur Herstellung von synthetischem Benzin auf die Unterstützung
der Regierung zählen konnte. Hitler stimmte bereitwillig zu, IG Farben
die notwendige Unterstützung zu gewähren, um die Erweiterung
der Leuna-Werke zu fördern.
Nach der Machtübernahme verlor IG Farben keine Zeit, diesen viel
versprechenden Anfang weiter auszubauen. Bedeutungsvollerweise führte
der zu diesem Zweck von IG Farben eingeschlagene Weg nicht über die
Heeresleitung, sondern über Hermann Görings neues Luftfahrtministerium.
In einem langen Brief an Görings Staatssekretär Erhard Milch
legte Carl Krauch von IG Farben einen „Vierjahresplan“ für
die Erweiterung der Produktion von synthetischem Benzin dar. Milch bat
daraufhin Generalleutnant von Vollard Bockelberg, Chef der Armeeartillerie,
zu sich und man vereinbarte, dass Armee und Luftfahrtministerium das Krauch-Projekt
gemeinsam unterstützten. Einige Monate später erhielt IG Farben
einen offiziellen Reichsauftrag zur Vergrößerung der Leuna-Werke,
so dass die Produktion bis 1937 dreihunderttausend Tonnen erreichen würde,
wobei IG Farben für zehn Jahre – bis zum 30. Juni 1944 –
die Abnahme auf einer so genannten „Cost Plus“-Basis (Istkosten
+ Gewinnzuschlag) garantiert wurde.

1941: Die „Freundschaft“ von IG Farben mit der SS beschleunigte
den Bau von Auschwitz-Buna gegen den Widerstand „einiger Bürokraten“.Ein
Brief von Dr. Otto Ambros an den Vorstand von IG Farben Frankfurt,
Fritz ter Meer |
IG Farben und das Konzentrationslager Auschwitz
 |
| Am 1. März 1941 inspizierte der Reichsführer
der SS, Heinrich Himmler, die Baustelle |
|
Auschwitz war die größte Massenvernichtungsfabrik in der Geschichte
der Menschheit, aber das Konzentrationslager war nur ein Anhängsel.
Das Hauptprojekt war IG Auschwitz, eine 100 %-ige Tochtergesellschaft
von IG Farben, der größte Industriekomplex der Welt zur Herstellung
von synthetischem Benzin und Gummi für die Eroberung Europas.
Am 14. April 1941 sagte Otto Ambros, Vorstandsmitglied von IG Farben und
zuständig für das Auschwitz-Projekt, in Ludwigshafen zu seinen
Vorstandskollegen: „Unsere neue Freundschaft mit der SS
ist ein Segen. Wir haben alle Maßnahmen zur Integration der Konzentrationslager
zu Gunsten unseres Unternehmens beschlossen.“
Die pharmazeutischen Abteilungen des IG Farben-Kartells benutzten die
Opfer der Konzentrationslager auf ihre ganz eigene Weise: Tausende von
ihnen starben bei Menschenversuchen, bei denen u. a. neue und unbekannte
Impfstoffe getestet wurden.
Es gab keinen Ruhestandsplan für die Gefangenen von IG Auschwitz.
Die, die zu schwach oder zu krank waren, um arbeiten zu können, wurden
am Haupttor von IG Auschwitz aussortiert und in die Gaskammern geschickt.
Selbst das chemische Gas Zyklon-B, das für die Vernichtung von Millionen
von Menschen eingesetzt wurde, stammte aus den Entwicklungsabteilungen
und Fabriken von IG Farben.

Die Luftaufnahme von Auschwitz spricht für sich selbst. IG Auschwitz
(rot) war größer als alle Konzentrationslager von Auschwitz
(blau) zusammen. |
Medizinische Experimente in Auschwitz, die
von IG Farben durchgeführt wurden
(aus dem Buch „IG Farben, Von Anilin bis Zwangsarbeit“ von
Jörg Hunger und Paul Sander)
Wissenschaftliche Experimente wurden auch in anderen Konzentrationslagern
durchgeführt. Eine entscheidende Tatsache ist, dass der IG Farben-Mitarbeiter
und SS-Major Dr. med. Helmuth Vetter, der in mehreren Konzentrationslagern
stationiert war, auf Anordnung von Bayer Leverkusen an diesen Experimenten
teilnahm.
Zur selben Zeit wie Dr. Josef Mengele experimentierte er in Auschwitz
mit Medikamenten, die als „B-1012“, „B-1034“,
„3382“ oder „Rutenol“ bezeichnet wurden. Die Tests
wurden nicht nur an kranken Gefangenen, sondern auch an gesunden Personen
durchgeführt. Diese Menschen wurden zunächst mit Tabletten,
pulvrigen Substanzen, Injektionen oder Einlaufmittel infiziert. Viele
der Medikamente lösten bei den Opfern Erbrechen oder blutige Diarrhö
aus. In den meisten Fällen starben die Gefangenen an den Folgen der
Experimente.
In den Akten von Auschwitz wurde die Korrespondenz zwischen dem Lagerkommandanten
und Bayer Leverkusen entdeckt. Es handelte sich um den Verkauf von 150
weiblichen Gefangenen für experimentelle Zwecke: „Mit Blick
auf die geplanten Experimente mit einem neuen Schlafmittel würden
wir es zu schätzen wissen, wenn Sie uns einige Gefangene zur Verfügung
stellen könnten (…).“ – „Wir bestätigen
Ihre Antwort, halten den Preis von 200 RM pro Frau allerdings für
zu hoch. Wir schlagen einen Preis von maximal 170 RM pro Frau vor. Wenn
dieses Angebot für Sie akzeptabel ist, werden die Frauen in unseren
Besitz übergehen. Wir benötigen etwa 150 Frauen (…).“ – „Wir bestätigen Ihr Einverständnis mit dieser
Vereinbarung. Bitte bereiten Sie für uns 150 Frauen im bestmöglichen
Gesundheitszustand vor (…).“ – „Die Bestellung
über 150 Frauen erhalten. Trotz ihres angegriffenen Gesundheitszustands
wurden sie als zufriedenstellend beurteilt. Wir werden Sie über die
Entwicklungen der Experimente auf dem Laufenden halten (…).“ – „Die Experimente wurden durchgeführt. Alle Testpersonen
starben. Wir werden uns in Kürze wegen einer neuen Lieferung mit
Ihnen in Verbindung setzen (…).“
Bericht eines ehemaligen Auschwitz-Gefangenen: „In Block 20 gab
es eine große Tuberkulose-Station. Bayer schickte Medikamente in
ungekennzeichneten und unbeschrifteten Ampullen, die den Tuberkulose-Patienten
gespritzt wurden. Diese unglücklichen Menschen wurden nicht in den
Gaskammern getötet. Man brauchte bloß zu warten, bis sie starben,
was nicht lange dauerte (…). 150 jüdische Frauen, die Bayer
vom Lagerkommandanten gekauft hatte, (…) dienten für Experimente
mit unbekannten Hormonpräparaten.“
Parallel zu den Tests von Behringwerke und Bayer Leverkusen startete die
chemisch-pharmazeutische und serologisch-bakteriologische Abteilung von
Hoechst Experimente an Auschwitz-Gefangenen mit ihrem neuen Mittel gegen
das Typhusfieber „3582“. Die Ergebnisse der ersten Testreihe
waren äußerst unbefriedigend. Von den 50 Testpersonen starben
15; das Medikament gegen das Typhusfieber führte zu Erbrechen und
Erschöpfungszuständen. Ein Teil des Konzentrationslagers Auschwitz
wurde unter Quarantäne gestellt, was eine Ausdehnung der Tests auf
das Konzentrationslager in Buchenwald zur Folge hatte. Im Tagebuch der
„Abteilung für Typhusfieber und Virenforschung des Konzentrationslagers
Buchenwald“ steht am 10. Januar 1943 der folgende Eintrag: „Wie
von der IG Farbenindustrie AG vorgeschlagen, wurden die folgenden Präparate
als Medikamente gegen das Typhusfieber getestet: a) Präparat 3582
<Akridin> der chem.-pharm. und sero.-bakt. Abteilung von Hoechst
– Prof. Lautenschläger und Dr. Weber – (therapeutischer
Test A), b) Methylenblau, von Prof. Kiekuth, Elberfeld, bereits an Mäusen
getestet (therapeutischer Test M).“
Die erste und ebenso die zweite Reihe therapeutischer Tests, die vom
31. März bis zum 11. April 1943 in Buchenwald durchgeführt wurden,
lieferten aufgrund der unzureichenden Kontamination der getesteten Gefangenen
negative Ergebnisse. Auch die Experimente in Auschwitz zeigten keine Erfolge.
Der wissenschaftliche Wert all dieser Experimente, ob sie nun von IG Farben
angeordnet wurden oder nicht, war gleich Null. Die Testpersonen befanden
sich aufgrund von Zwangsarbeit, ungenügender und falscher Ernährung
und Krankheiten im Konzentrationslager in einer schlechten körperlichen
Verfassung. Hinzu kamen die allgemein schlechten sanitären Bedingungen
in den Labors. „Die Testergebnisse in den Konzentrationslagern konnten,
wie die Laborspezialisten von IG Farben wissen sollten, nicht mit den
Ergebnissen, die unter normalen Bedingungen erzielt wurden, verglichen
werden.“
Der SS-Arzt Dr. Hoven machte in diesem Zusammenhang beim Nürnberger
Kriegsverbrecherprozess die folgende Aussage: „Es sollte allgemein
bekannt sein, und insbesondere in deutschen Wissenschaftskreisen, dass
der SS keine namhaften Wissenschaftler zur Verfügung standen. Es
steht außer Frage, dass die Experimente in den Konzentrationslagern
mit Präparaten von IG Farben ausschließlich im Interesse von
IG Farben stattfanden. Das Unternehmen wollte mit allen Mitteln die Wirksamkeit
dieser Präparate feststellen. Es ließ die SS die „schmutzige
Arbeit“ in den Konzentrationslagern erledigen. Es war nicht die
Absicht von IG Farben, diese Vorgänge an die Öffentlichkeit
zu bringen, sondern die Experimente sollten im Verborgenen gehalten werden,
so dass (…) das Unternehmen alle Gewinne für sich verbuchen
konnte. Nicht die SS, sondern IG Farben initiierte die Experimente in
den Konzentrationslagern.“

Ein Brief aus dem Jahr 1944, in dem IG Farben die „energische
Bestrafung“ eines Zwangsarbeiters in Auschwitz-Monowitz anordnet. |
Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess verurteilte 24 Vorstandsmitglieder
und Führungskräfte von IG Farben wegen Massenmord, Versklavung
und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es ist jedoch erstaunlich,
dass sie alle bis 1951 wieder auf freiem Fuß und als Berater in
deutschen Unternehmen tätig waren. Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
spaltet IG Farben in Bayer, Hoechst und BASF auf.
Heute ist jede der drei Töchter von IG Farben 20 Mal so groß
wie die Muttergesellschaft auf der Höhe ihres Erfolgs 1944, dem letzten
Jahr des Zweiten Weltkriegs.
Wichtiger ist jedoch, dass fast drei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg
BASF, Bayer und Hoechst (jetzt Aventis) ihre höchsten Positionen,
nämlich die des Vorstandsvorsitzenden, mit ehemaligen Mitgliedern
der NSDAP besetzten:
- Carl Wurster, bis 1974 Vorstandsvorsitzender der
BASF, saß während des Krieges im Vorstand des Unternehmens,
das das Gas Zyklon-B herstellte.
- Carl Winnacker, bis Ende der siebziger Jahre Vorstandsvorsitzender
von Hoechst, war Mitglied der Sturmabteilung (SA) sowie Vorstandsmitglied
von IG Farben.
- Curt Hansen, bis Ende der siebziger Jahre Vorstandsvorsitzender
von Bayer, war Mitorganisator der Eroberung von Europa in der Abteilung
zur „Beschaffung von Rohstoffen“. Unter dieser Führung
unterstützten die IG Farben-Töchter BASF, Bayer und Hoechst
weiterhin die Politiker, die ihre Interessen vertraten.
In den fünfziger und sechziger Jahren investierten sie in die Karriere
eines jungen Politikers aus einem Vorort der BASF-Stadt Ludwigshafen;
sein Name: Helmut Kohl.
Von 1957 bis 1967 war der junge Helmut Kohl bezahlter Lobbyist des Verbands
Chemischer Industrie, der zentralen Lobby-Organisation des deutschen Pharma-
und Chemie-Kartells. Die deutsche chemische und pharmazeutische Industrie
baute also einen der ihren zum Politiker auf und ließ dem deutschen
Volk nur die Wahl der letzten Zustimmung.
 |
Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
1946/47: 24 Manager von Hoechst, Bayer und BASF wurden
des Massenmords, der Versklavung sowie weiterer Verbrechen gegen
die Menschlichkeit angeklagt |
|
Das Ergebnis ist wohlbekannt: Helmut Kohl war 16 Jahre lang Kanzler
der Bundesrepublik Deutschland und die deutsche pharmazeutische und chemische
Industrie wurde zum weltweit führenden Exporteur für chemische
Produkte mit Niederlassungen in mehr als 150 Ländern – mehr
als die IG Farben jemals besessen hatte. Mehrere Milliarden Menschen werden
vorzeitig sterben, wenn die Pharma-Industrie ihren Willen durchsetzt.
Deutschland ist das einzige Land auf der ganzen Welt, in dem ein ehemals
bezahlter Lobbyist für das Chemie- und Pharma-Kartell Regierungschef
war. Zusammengefasst hat die Unterstützung deutscher Politiker für
die globalen Expansionspläne der deutschen pharmazeutischen und
chemischen Unternehmen eine Tradition von 100 Jahren.
Vor diesem Hintergrund verstehen wir die Unterstützung
von Bonn für
die unethischen Pläne der Codex Alimentarius-Kommission. (Anmerkung
der Dr. Rath Health Foundation)
Der amerikanische Hauptankläger im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
gegen IG Farben sah diese Entwicklung voraus, als er sagte: „Diese
Verbrecher von IG Farben und nicht die wahnsinnigen Nazi-Anhänger
sind die wahren Kriegsverbrecher. Wenn die Schuld dieser Verbrecher nicht
ans Licht gebracht wird und wenn sie nicht bestraft werden, werden sie
eine viel größere Bedrohung für den zukünftigen Frieden
der Welt darstellen als Hitler, wenn er noch am Leben wäre.“
Die Manager von IG Farben
Fritz ter Meer (1884-1967)
- 1926-1945 Vorstandsmitglied von IG Farben, Mitglied des Arbeitsausschusses
und des technischen Ausschusses, Direktor von Sektion II
- 1943 Bevollmächtigter für Italien des Reichsministers für
Rüstung und Kriegsproduktion, militär-wirtschaftlicher Chefindustrieller,
zuständig für Auschwitz
- 1948 der „Plünderung“ und der „Versklavung“
für schuldig befunden und zu sieben Jahren Haft verurteilt 1952
entlassen
- 1955 Aufsichtsratsmitglied von Bayer
- 1956-1964 Aufsichtsratsvorsitzender von Bayer, Aufsichtsratsvorsitzender
der Th. Goldschmidt AG, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
der Commerzbank AG, Aufsichtsratsmitglied der Waggonfabrik Uerdingen,
der Düsseldorfer Waggonfabrik AG, des Bankvereins Westdeutschland
AG und der VIAG
Otto Ambros (1901-1990):
- 1938-1945 Mitglied des Vorstands von IG Farben, Mitglied des chemischen
Ausschusses und Vorsitzender der Kommission K (Wirkstoffe), Sonderberater
von Krauchs Forschungs- und Entwicklungsabteilung für den Vierjahresplan,
Direktor des Sonderausschusses C (chemische Wirkstoffe), des Hauptausschusses
für Pulver und Sprengstoffe in der Rüstungsbehörde, militärisch-industrieller
Leiter
- Verantwortlich für die Auswahl von Standort, Planung, Bau und
Betrieb von IG Auschwitz als Werksleiter Geschäftsführer der
Buna-Werke und verantwortlich für die Produktion von synthetischem
Benzin
- 1945 Ritterorden und Verdienstkreuz
- 1948 der „Versklavung“ für schuldig befunden und
zu acht Jahren Haft verurteilt
- 1952 entlassen
- Ab 1954 Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender und Mitglied
der Aufsichtsräte von: Chemie Grünenthal, Pintsch Bamag AG,
Knoll AG, Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke, Telefunken GmbH,
Grünzweig & Hartmann, Internationale Galalithgesellschaft,
Berliner Handelsgesellschaft, Süddeutsche Kalkstickstoffwerke,
Vereinigte Industrieunternehmungen (VIAG) mit ihren Tochtergesellschaften
Scholven-Chemie und Phenol-Chemie, als Berater für F. K. Flick
und des US-Industriellen J.P. Grace Anfang der achtziger Jahre in den
„Flick-Skandal“ verwickelt
Hermann Schmitz (1881-1960)
- 1926-1935 Vorstandsmitglied von IG Farben, 1935-1945 Aufsichtsratsvorsitzender
und „Finanzchef“ von IG Farben
- Militärisch-industrieller Leiter, Mitglied der NSDAP
- 1941 Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse
- 1948 der „Plünderung“ für schuldig befunden
und zu vier Jahren Haft verurteilt
- 1950 entlassen
- 1952 Aufsichtsratsmitglied der deutschen Bank Berlin West
- 1956 Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Rheinischen Stahlwerke
Fritz Gajewski (1888-1962)
- 1931-1945 Vorstandsmitglied von IG Farben, Leiter von Sektion III
(Koordination mit Dynamite Nobel)
- In Nürnberg aller Anklagen für „nicht schuldig“
befunden
- 1949 Geschäftsführer, 1952 Aufsichtsratsvorsitzender der
Dynamite Nobel AG
- 1953 Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
- 1957 Ruhestand, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Dynamite
Nobel AG, Aufsichtsratsvorsitzender von Genschow & Co. und der Chemie-Verwaltungs
AG, Aufsichtsratsmitglied der Hüls AG und der Gelsenkirchener Bergwerke
Heinrich Buetefisch (1894-1969)
- 1934-1945 Vorstandsmitglied von IG Farben, stellvertretender Direktor
von Sektion I, Direktor synthetisches Benzin für IG Auschwitz
- Führte 1932 (zusammen mit Gattineau) das Gespräch mit Hitler,
das den Benzinpakt begründete, 1936 Mitarbeiter von Krauch im Hinblick
auf den Vierjahresplan als Produktionsvertreter für Öl im
Rüstungsministerium
- SS-Obersturmbannführer, militärisch-industrieller Leiter,
Mitglied im „Freundeskreis Reichsführer SS“
- 1948 der „Versklavung“ für schuldig befunden und
zu sechs Jahren Haft verurteilt
- 1951 entlassen
- 1952 Aufsichtsratsmitglied u. a. von Ruhr-Chemie und Kohle-Öl-Chemie
- 1964 Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland; aufgrund heftiger
Proteste wurde der Preis 16 Tage später zurückgenommen.
Friedrich Jaehne (1879-1965)
- 1934-1945 Vorstandsmitglied von IG Farben, Chefingenieur von IG Farben,
stellvertretender Direktor der BG-Zentrale Rhein/Maingau
- 1943 militärisch-industrieller Leiter, Verdienstkreuz 1. Klasse;
1948 der „Plünderung“ für schuldig befunden und
zu 18 Monaten Haft verurteilt
- 1955 Aufsichtsratsmitglied der „neuen“ Farbwerke Hoechst.
Im selben Jahr zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt – Karl
Winnacker sagte: „In der Zwischenzeit wurde das Gesetz über
Liquidation verabschiedet und hat uns alle von diskriminierenden Vorschriften
befreit. So konnten wir Friedrich Jähne, Chefingenieur der alten
IG Farben, in den Aufsichtsrat berufen. Er führte bis 1963 den
Vorsitz über den Aufsichtsrat. Niemand von uns hätte 1945
gedacht, dass wir eine solche Kooperation erreichen würden.“
- Aufsichtsratsvorsitzender der Alfreds Messer GmbH (später Messer
Griesheim), Aufsichtsratsmitglied bei Linde
- 1959 Dr. Ing. eh. der TH München, 1962 Bayer-Verdienstmedaille,
Ehrensenator der TH München, Verdienstkreuz der Bundesrepublik
Deutschland
Carl Krauch (1887-1968)
- 1926-1940 Vorstandsmitglied von IG Farben, 1940-1945 Aufsichtsratsvorsitzender,
Direktor des Koordinationszentrums W, Direktor der Reichswirtschaftsbehörde,
Bevollmächtigter für Sonderfragen der chemischen Produktion,
militärisch-industrieller Leiter
- 1943 Ritterorden für besondere Verdienste
- 1948 der „Versklavung“ für schuldig befunden und
zu sechs Jahren Haft verurteilt
- 1950 entlassen
- 1955 Aufsichtsratsmitglied der Hüls GmbH
- Im Frankfurter Auschwitz-Prozess 1956 soll er gesagt haben: „Sie
waren in der Regel asoziale Elemente, so genannte politische Gefangene.“
(Beschreibung der Gefangenen von Auschwitz-Monowitz)
Carl Wurster (1900-1974)
- 1938-1945 Vorstandsmitglied von IG Farben, Direktor von BG Oberrhein,
Aufsichtsratsmitglied von DEGESCH
- Militärisch-industrieller Leiter und Reichsrechnungskammer für
Wirtschaft
- 1945 Ritterorden und Verdienstkreuz
- In Nürnberg aller Anklagen für „nicht schuldig“
befunden
- 1952 Aufsichtsratsvorsitzender der „neuen“ BASF, Aufsichtsratsvorsitzender
der Duisburger Kupferhütte und der Robert Bosch AG, Aufsichtsratsmitglied
von Augusts Viktoria, der Buna-Werke Hüls GmbH, der Süddeutschen
Bank, der Deutschen Bank, der Vereinigten Glanzstoff, von BBC, Allianz
und Degussa; 1965 Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender der BASF
- 1952 Ehrenprofessor der Universität Heidelberg, Dr. rer. RK h.c.
der Universität Tübingen, 1953 Dr. Ing. eh der TH München,
1955 Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, Bayer-Verdienstmedaiile,
1960 Dr. rer. pole h.c. der Universität Mannheim, Ehrensenator
der Universitäten Mainz, Karlsruhe und Tübingen, Ehrenbürger
der Universität Stuttgart, Ehrenbürger der Stadt Ludwigshafen,
1967 Schiller-Preis der Stadt Mannheim, Präsident des Verbands
der chemischen Industrie, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft,
der Gesellschaft der deutschen Chemiker
Von „Arbeit macht frei“ zu „Codex
Alimentarius“
 |
| Eingang des Konzentrationslagers
Auschwitz |
|
Nur fünfzehn Jahre, nachdem sie
im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
verurteilt worden waren, waren Bayer, BASF und Hoechst erneut die Architekten
der nächsten Vergehen gegen die Menschenrechte. 1962 gründeten
sie die Codex Alimentarius-Kommission. (Anmerkung
der Dr. Rath Health Foundation)
Dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte ist untrennbar mit einem Mann
verbunden – Fritz ter Meer:
- Er war Vorstandsmitglied von IG Farben von der Gründung bis zur
Zerschlagung. Als Wehrwirtschaftsführer war er zuständig für
IG Auschwitz.
- Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess sagte ter Meer aus: „Den
Häftlingen ist durch die Zwangsarbeit kein besonderes Leid zugefügt
worden, da man sie ohnedies getötet hätte.“
- 1948 wurde ter Meer im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess wegen
Plünderung und Versklavung zu sieben Jahren Haft verurteilt.
- 1952 wurde er auf den Druck einflussreicher und mächtiger Freunde
hin entlassen.
- Von 1956 bis 1964 war er wieder Mitglied des Aufsichtsrats der Bayer
AG.
- 1962 war ter Meer einer der Architekten
der „Codex Alimentarius“-Kommission
und damit einer der Hauptorganisatoren des nächsten programmierten
Massensterbens im Interesse des Profits. (Anmerkung
der Dr. Rath Health Foundation)
Die täuschende Wortschöpfung „Codex
Alimentarius“
ist kein Zufall. Sie wurde von denselben Unternehmen, ja sogar von denselben
Personen kreiert, die den Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz
versprochen hatten: „Arbeit macht frei“. (Anmerkung
der Dr. Rath Health Foundation)
Solange der Nazi-Sumpf bis heute nachwirkt und damit Gesundheit und Leben
von Abermillionen Menschen beeinflusst und bedroht, hat kein Deutscher
das Recht zu sagen, die Zeiten von damals seien vorbei.
Literatur
Eine Übersicht finden Sie hier... |