Das Chemnitzer Programm
Kriminelle Reaktion des Pharma-Kartells
Zur Umsetzung dieser unethischen Pläne stehen dem Kartell ein Heer
von bezahlten Lobbyisten zur Verfügung. Allein in der US-Hauptstadt
Washington ist die Zahl der Lobbyisten des Pharma-Kartells mehr als doppelt
so groß wie die der Abgeordneten – insgesamt über 1000.
Die Zahlen in Deutschland sind vergleichbar. Der Auftrag dieser Lobbyisten
ist es, 24 Stunden am Tag die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung
der wichtigsten Industrieländer im Interesse des Kartells zu beeinflussen.
Auch viele Spitzenfunktionäre in Wissenschaft und Medizin unterliegen
dem Einfluss des Pharma-Kartells.
Wir hatten zunächst eine Zusage der Akademie der Wissenschaften
der USA, den wissenschaftlichen Durchbruch zur „Lösung des
Rätsels der Herz-Kreislauf-Erkrankung“ zu veröffentlichen.
Unter dem Einfluss des Pharma-Kartells innerhalb der Wissenschaftsakademie
wurde diese Zusage wenige Wochen später mit der Begründung zurückgenommen:
Da es kein Rätsel der Herz-Kreislauf-Erkrankung gäbe, könne
es auch keine Lösung dieses Rätsels geben. Offenbar war den
Herrschaften entgangen, dass dieses ungelöste Rätsel noch immer
jedes zweite Menschenleben fordert. Wir veröffentlichten diese Arbeit
umgehend in einem kanadischen Fachjournal.
Nichts ließen wir unversucht, um diesen medizinischen Durchbruch
so rasch wie möglich umzusetzen. Wir unterbreiteten diese neue Therapie
der Herz-Kreislauf-Erkrankung mehr als einem Dutzend Pharmakonzernen,
in der Hoffnung, mit Hilfe eines starken Partners rasch die Gesundheit
weltweit zu verbessern.
Alle Pharmafirmen lehnten ab – bis auf eine, Hoffmann LaRoche,
der welt-größte Hersteller von Vitamin C. Im November 1991
stellte ich unsere Arbeiten der Forschungsleitung des Roche Konzerns in
Basel vor. Auch Roche sagte kurze Zeit später ab, mit der denkwürdigen
Begründung, man wolle nicht einen medizinischen Durchbruch für
die Konkurrenz mitfinanzieren.
Fünf Jahre später stellte sich heraus, was wirklich passierte.
In Voraussicht einer weltweit erhöhten Nachfrage nutzte der Roche-Konzern
die Information zur künstlichen Verteuerung des Rohstoffs.
Darüber hinaus bildete Roche mit dem Bayer-Konzern und der US-amerikanischen
Firma Archer Daniels Midland ein Kartell zu kriminellen Preisabsprachen
und zur künstlichen Verteuerung von Naturstoffen, die in 15.unseren
Arbeiten erwähnt waren, so auch der Aminosäure Lysin.
Während also diese Konzerne keinen Pfennig ausgeben wollten, um
die Information zum möglichen Sieg über den Herztod weltweit
zu verbreiten, verdienten sie Milliarden an überteuerten Rohstoffen,
die den Endverkaufspreis für diese Vitamine fast verdoppelten. Am
30. Januar 1997 berichtete die New York Times, dass die US-Staatsanwaltschaft
den umfangreichsten Fall krimineller Preisabsprachen in der Geschichte
aufgedeckt hatte. Das Ausmaß dieses Betrugs war so gigantisch, dass
„buchstäblich Hunderte von Produkten und fast jeder Verbraucher
in den USA betroffen war“, zitierte die New York Times die US-Staatsanwaltschaft.
Ein Kronzeuge sagte aus, dass die kriminellen Absprachen auf höchster
Ebene, über die Vorstandsetagen von Roche, Bayer und anderen getroffen
wurden, die sich zu diesem Zweck extra den Codenamen „The Masters“
– „Die Chefs“ – 0zugelegt hatten. Alle drei Konzerne
bekannten sich schuldig. Fortan darf jeder Roche, Bayer und die anderen
Konzerne als das bezeichnen was sie sind: Kriminelle, die sich auf Kosten
von Leben und Gesundheit der Menschen bereichern.
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