Das Chemnitzer Programm
Das IG Farben - Kartell
Das mächtigste deutsche Wirtschafts-Imperium in der ersten Hälfte
dieses Jahrhunderts war die Interessengemeinschaft Farben, kurz IG Farben,
ein Zusammenschluss von BASF, Bayer, Höchst und anderen Chemie- und
Pharmakonzernen. Die IG Farben war der größte Einzelspender
für den Wahlkampf Adolf Hitlers und nach seiner Machtergreifung der
größte Nutznießer des deutschen Eroberungs-Feldzuges,
des Zweiten Weltkriegs. 100% allen Sprengstoffs und 100% allen synthetischen
Treibstoffs stammten aus den Fabriken der IG Farben. Eine US Untersuchungskommission
kam 1946 zu dem Schluss, dass ohne die IG Farben der Zweite Weltkrieg
nicht möglich gewesen wäre.
Keiner wird die Szenen im KZ Auschwitz in dem Film „Schindlers
Liste“ vergessen. Auschwitz war die größte Massenvernichtungsanlage
in der Menschheitsgeschichte.
Aber das KZ war nur die Nebenstelle, das Hauptprojekt hieß IG-Auschwitz,
die größte Industrieanlage der Welt zur Herstellung von synthetischem
Benzin und Gummi für die Eroberung Europas. Am 1. März 1941
inspizierte der Reichsführer der SS gemeinsam mit dem IG-Farben Vorstand
die Baustelle. Am 7.April war Richtfest.
Am 14.April 1941 schrieb das für Auschwitz verantwortliche IG-Farben
Vorstandsmitglied Otto Ambros an seine Kollegen in Ludwigshafen:
„Unsere neue Freundschaft mit der SS wirkt sich sehr segensreich
aus. Wir haben alle Maßnahmen festgelegt, welche die Einplanung
des KZ-Lagers zugunsten unseres Werkes betreffen.“ Auch die Pharma-Abteilung
der IG-Farben benutzte die KZ-Häftlinge – zu Menschenversuchen
wie zum Beispiel dem Test neuer Impfstoffe. 20
Das Nürnberger Tribunal klagte 24 leitende Angestellte von Hoechst,
Bayer und BASF wegen Kriegsverbrechen an und löste das IG Farben-Kartell
auf. Heute ist jedes einzelne der Nachfolge-Unternehmen 20 mal größer
als das Kartell im Jahre 1944, und diese wirtschaftliche Macht wird erneut
genutzt, um die Gesundheit und das Leben von Millionen Menschen zu gefährden
Um die Altersversorgung brauchten sich die Häftlinge keine Gedanken
zu machen. Die Kranken und Schwachen wurden am Werkstor der IG ausgesondert
und vergast. Selbst das Giftgas Zyklon B, mit dem über 5 Millionen
Menschen vernichtet wurden, stammte von der IG-Farben.
Im Nürnberger Kriegsverbrecher Tribunal wurden 24 IG-Farben Manager
wegen Massenmordes, Völkerversklavung und anderer Verbrechen angeklagt.
Doch bereits 1951 waren sie alle wieder auf freiem Fuß. Das Nürnberger
Gericht verbot die IG-Farben und zerlegte sie in Bayer, Höchst und
BASF. Heute ist jeder der Zöglinge 20 mal so groß, wie die
IG-Farben-Mutter in ihrer Blütezeit im letzten Kriegsjahr, 1944.
Die Vorsitzenden des Aufsichtsrates, die höchsten Positionen von
BASF, Bayer und Höchst, waren noch ein Vierteljahrhundert nach Kriegsende,
mit Mitgliedern der NSDAP besetzt. Carl Wurster, Vorstandsvorsitzender
der BASF bis 1974, war zu Kriegszeiten im Aufsichtsrat des Zyklon B Herstellers.
Karl Winnacker, Vorstandsvorsitzender von Hoechst bis in die 70er Jahre,
war Mitglied der SA und saß im IG-Farben Vorstand. Und auch der
dritte, Kurt Hansen, Vorstandsvorsitzender von Bayer bis in die 70er Jahre,
war Mitorganisator des Eroberungsfeldzuges in der sogenannten „Zentralstelle
für Rohstoffbeschaffung“. Auch in der Nachkriegsordnung unterstützten
die IG-Farben-Töchter Politiker, die ihre Interessen vertraten. Die
BASF förderte bereits in den 50er und 60er Jahren die politische
Karriere eines jungen Abgeordneten aus dem Ludwigshafener Vorort Oggersheim.
Die Beziehung entwickelte sich zu beiderseitigem Vorteil. Der Abgeordnete
war 16 Jahre lang Bundeskanzler. Die deutsche Pharma- und Chemieindustrie
wurde während seiner Amtszeit zum führenden Exportgiganten der
Welt, mit Niederlassungen in über 120 Ländern der Erde, mehr
als die IG-Farben jemals hatte.
Die Unterstützung der deutschen Politik für die weltumspannenden
Wirtschaftsinteressen der deutschen und internationalen Pharma-Kartelle
hat also eine fast hundertjährige Tradition. Vor diesem Hintergrund
ist auch die Unterstützung Bonns für die unethischen Pläne
der Codex Kommission zu verstehen. Der US-Chefankläger gegen die
IG-Farben-Direktoren im Nürnberger Kriegsverbrecher Prozess sah diese
Entwicklung voraus, als er sagte: „Diese Angeklagten – und
nicht die unzurechnungsfähigen Nazi-Fanatiker – sind die Haupt-Kriegsverbrecher.
Sollte die Schuld dieser Angeklagten nicht ans Tageslicht gezogen und
bestraft werden, so werden sie für den künftigen Frieden der
Welt eine viel größere Gefahr darstellen als Hitler, wenn er
noch am Leben wäre.“
Bereits zweimal in diesem Jahrhundert ging von deutschem Boden unsägliches
Leid für die gesamte Erde aus. Setzt sich das Pharma-Kartell mit
Bonner Hilfe durch, wird der jetzt mögliche Sieg über den Herztod
verhindert, und allein in der nächsten Generation werden eine halbe
Milliarde Menschen unnötig am Herzinfarkt sterben.
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