Das Chemnitzer Programm
Pharmaindustrie streut der Öffentlichkeit Sand in die Augen
Was die Pharmaindustrie betrifft, so kontrolliert sie auch heute wieder
unser Gemeinwesen. Sie kontrolliert die medizinische Forschung und hat
das Gesundheitswesen und mit ihm ganze Berufszweige in ihre direkte Abhängigkeit
gebracht. Zur Absicherung ihrer Macht beeinflussen die Pharmakonzerne
die Gesetzgebung und die Medien.
Mit großangelegten Anzeigenkampagnen in Spiegel, Focus und anderen
Medien wird der Öffentlichkeit Sand in die Augen gestreut über
die wahre Interessenslage der Pharmaindustrie. Die Pharmaindustrie spiegelt
sich gern in der Tradition von Robert Koch.
Tatsache ist, dass sie ihrer Interessenslage nach in der Tradition der
IG Farben steht.
Die Pharmaindustrie gibt vor, die Ausmerzung der Infektionskrankheiten
sei ihr Verdienst. Tatsache ist jedoch, Alexander Fleming entdeckte das
Penicillin an einer englischen Universität.
Mit der Pharmaindustrie hatte diese Entdeckung nur soviel zu tun, als
dass sie diesen Fortschritt sofort zu Geld zu machen versuchte. In anderen
Zerrbildern beansprucht das Pharma-Kartell, dass sich die Lebenserwartung,
dank seiner Hilfe im Laufe dieses Jahrhunderts fast verdoppelt hätte.
In jedem medizinischen Lehrbuch ist jedoch nachzulesen, dass dieser Fortschritt
Ergebnis einer verbesserten Hygiene ist – und nichts mit dem Masseneinsatz
von Antibiotika oder anderer Pharmapräparate zu tun hat.
Eine weitere Täuschung der Öffentlichkeit ist die Darstellung
der Pharmaindustrie, sie sei an der Verhinderung von Krankheiten interessiert.
Das Gegenteil ist der Fall. Seit Januar 1996 weiß die Weltöffentlichkeit,
dass alle cholesterinsenkenden Medikamente potentiell krebserregend sind,
zum Teil schon in Dosierungen, wie sie derzeit Millionen Menschen weltweit
jeden Tag schlucken.
Die Pharmakonzerne stört dies nicht. In groß angelegten Fernsehspots
und Zeitungsanzeigen bieten Sie diese Krebs-Zeitbomben an wie Bonbons
oder Kaugummis.
Am 23. Juni 1997 erschien das „Fortune Magazine“, eine der
großen Wall Street Wochenzeitschriften, mit einem Artikel über
das Gesundheitswesen.
Zitiert wird ein Anlageberater für Pharma-Aktien an der Wall Street
mit folgenden Worten: „Unterm Strich verlieren alle, wenn sich Therapien
durchsetzen, die Krankheiten beseitigen.“ Mit alle meinte er natürlich
nicht Sie und mich und Millionen von Patienten – nein! Die Räder
in den Pharmakonzernen werden auch dort durch die Interessen der Aktionäre
bestimmt.
Die untere Abbildung (rechts) zeigt, dass die Gewinne der Pharmakonzerne
in den letzten 25 Jahren um 500% anstiegen, während der Durchschnitt
24aller anderen Industriewerte „nur” um 200% zunahm. Mit anderen
Worten: Das Geschäft mit der Krankheit ist eines der lukrativsten
Geschäfte der Welt und Millionen Menschen bezahlen direkt und indirekt
die Zeche.
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