Zellular Medizin gegen Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall
Noch heute stirbt jeder zweite Deutsche und Europäer an den Folgen
von atherosklerotischen Ablagerungen in den Koronararterien (Herzinfarkt)
oder in den Halsschlagadern und Gehirnarterien (Schlaganfall). Das epidemieartige
Ausmaß dieser Erkrankung ist darauf zurückzuführen, daß die
Ursachen der Atherosklerose bis jetzt nur unzureichend oder gar nicht
bekannt waren. Die herkömmliche Schulmedizin beschränkt sich im wesentlichen
darauf, die durch atherosklerotische Ablagerungen entstandenen Symptome
zu behandeln. Kalzium-Antagonisten, Betablocker, Nitrat-Präparate
und andere Medikamente werden verschrieben, um Angina-pectoris-Beschwerden
zu vermindern. Chirurgische Maßnahmen (Koronar- Bypassoperationen
und Koronarangioplastie) werden vorgenommen, um den Blutfluß durch
verengte Arterien mechanisch zu verbessern. Herkömmliche Behandlungsverfahren
korrigieren nicht die Grunderkrankung, die Instabilität der Arterienwand,
als Ursache der Atherosklerose.
Die Zellular-Medizin bringt den Durchbruch hin zu einem modernen Verständnis über
die Ursachen der koronaren Herzerkrankung und anderer Formen von atherosklerotischen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Deren Hauptursache ist, wie bereits festgestellt, ein chronischer Mangel
an Vitaminen und anderen Zellfaktoren in Millionen Zellen der Arterienwand. Dies führt zur Instabilität der Arterienwände, zu zahlreichen
kleinen Rissen, zu atherosklerotischen Ablagerungen und in der Folge
davon zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Da atherosklerotischen Ablagerungen
ein Mangel an Vitaminen zugrunde liegt, ist die wichtigste Maßnahme
zu deren Verhinderung die optimale Zufuhr an Vitaminen und weiteren Zellfaktoren.
Vitamine und andere Nahrungsergänzungsstoffe
In wissenschaftlichen Untersuchungen und klinischen Studien wurde die
Wirksamkeit von Vitamin C, Vitamin E und andere Nahrungsergänzungsstoffe
zur Vorbeugung und Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankung dokumentiert.
Dr. Raths Empfehlungen für Patienten, bei denen bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung
diagnostiziert wurde: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
darüber. Nehmen Sie Vitamine und andere Nahrungsergänzungsstoffe
zusätzlich zu den Ihnen verordneten Medikamenten ein. Medikamente,
die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat, sollten Sie nicht eigenständig
abändern oder absetzen.
Vorbeugung ist besser als Behandlung. Der Erfolg von Vitaminen und anderen
Nahrungsergänzungsstoffe bei Patienten mit bestehender Atherosklerose
und Herz-Kreislauf-Erkrankung basiert darauf, daß den Körperzellen
Biobrennstoffe für eine optimale Zellfunktion zugeführt werden.
Ein Vitaminprogramm, das in der Lage ist, auf natürliche Weise einen
Mangelzustand zu korrigieren und bereits erstandene Schäden an Arterienwänden
zu reparieren, ist auch der beste Weg, um dieser Erkrankung erfolgreich
vorzubeugen.
Die natürliche Umkehr der Herz-Kreislauf- Erkrankung ist möglich
Die Grundlage für den Abbau der Atherosklerose ist die Einleitung
eines Heilungsprozesses in der durch chronischen Vitaminmangel erkrankten
Arterienwand. Neben Vitamin C, das die Produktion der Kollagenmoleküle
anregt, sind für diesen Heilungsprozeß auch andere Nahrungsergänzungsstoffe
von großer Bedeutung.
Die Abbildung faßt deren wichtigste Schutz- und Heilfunktionen
zusammen. Sie zeigt in der Mitte einen Gewebeschnitt durch die atherosklerotische
Ablagerung (Plaque) einer Koronararterie, wie sie unter dem Mikroskop
zu sehen ist. Die weiße Fläche über dem Plaque markiert
die Blutbahn der Koronararterie. Mit einer speziellen Färbetechnik
sind die Lipoproteine (Fettpartikel) im Zentrum der Ablagerung schwarz
gefärbt. Zwei davon – ein Lipoprotein(a) und ein LDLMolekül
(Low-Density Lipoprotein = Lipoprotein mit niedrigem spezifischen Gewicht) – sind
schematisch vergrößert.
Um den Kern des Plaques hat sich eine lokale „Geschwulst” aus
glatten Muskelzellen der Arterienwand gebildet. Auch dieser Muskelzell-„Tumor” der
Arterienwand trägt zur Stabilisierung einer vitaminverarmten und
geschwächten Arterienwand bei. Die Ablagerung von Blutfetten in
Form von Lipoproteinen und die Muskelzellwucherung sind die wichtigsten
Faktoren, die die Größe des Plaques und damit den Grad der
koronaren Herzerkrankung bestimmen. Die Einlagerung von Kalziummolekülen
geht einher mit der Entwicklung der Plaques. Auch diese „Kalkeinlagerung” ist
ein grundsätzlich umkehrbarer Vorgang.
Eine Therapie, die diese Atherosklerose-Mechanismen umkehren kann, ist
auch zur Rückbildung der koronaren Herzerkrankung in der Lage. Beim
Abbau von Ablagerungen arbeiten folgende Wirkmechanismen zusammen:
- Erhöhte Stabilität der Arterienwand durch optimale Kollagenproduktion. Die Kollagenmoleküle unseres Körpers sind Eiweiße, die
aus Aminosäuren aufgebaut sind. Kollagen benötigt für
seinen Aufbau besonders viele Bausteine der Aminosäuren Lysin und
Prolin. Wir wissen auch, daß Vitamin C die Produktion von Kollagen
in den Zellen der Arterienwand steigert. Eine ausreichende Versorgung
mit Lysin und Prolin und Vitamin C ist entscheidend für eine optimale
Regeneration des Bindegewebes der Arterienwände und damit für
eine natürliche Abheilung der Herz-Kreislauf-Erkrankung.
- Abnahme der Muskelzellwucherungen in der Arterienwand. Bei optimaler
Versorgung produzieren wenige Muskelzellen in der Arterienwand ausreichendes
und funktionstüchtiges Kollagen, das die Stabilität gewährleistet.
Bei Vitaminmangel kommt es zu einer Stoffwechselentgleisung in der
Arterienwand.
Die Arterienwand-Muskelzellen produzieren dann mangelhaftes Kollagen.
Darüber hinaus vermehren sich diese Muskelzellen selbst und bilden
den atherosklerotischen „Tumor”. Meine Kollegin, Dr. Aleksandra
Niedzwiecki, und ihre Mitarbeiter haben diesen wichtigen Mechanismus
genauer untersucht und festgestellt, daß Vitamin C und Vitamin
E die Muskelzellwucherung effektiv verhindern können.
- „
Teflon”-Schutz der Arterienwand und Abbau der Fettablagerungen. Lipoproteine sind die Transportmoleküle, mit denen Cholesterin
und andere Blutfette in die Arterienwand abgelagert werden. Bisher
nahm man an, daß Cholesterin und andere Blutfette vor allem mittels
LDL (Low-Density- Lipoprotein) in der Arterienwand abgelagert werden.
Heute wissen wir, daß es nicht das LDLMolekül selbst ist,
sondern eine Variante davon, Lipoprotein(a). Der Buchstabe (a), wie „adhesiv”,
steht für ein zusätzliches klebriges Eiweiß, das die
LDL-Moleküle umschlingt und an den Kollagenfasern innerhalb
der Arterienwand anhaftet.
Nicht die Menge von Blutfetten (LDL-Blutspiegel) ist entscheidend,
sondern der Anteil der LDLMoleküle, die mit einem biologischen „Klebeband” umgeben
sind, dem Lipoprotein(a)-Blutspiegel. Der neue Risikofaktor Lipoprotein(a)
wird im nächsten Abschnitt dieses Buches ausführlich besprochen.
Vorrangiges therapeutisches Ziel zur Verhinderung von Fettablagerungen
in der Arterienwand ist, die Klebrigkeit der Lipoproteine zu neutralisieren.
Die erste Generation von „Teflon”-Substanzen für die
Arterienwand sind die natürlichen Aminosäuren Lysin und
Prolin.
Sie bilden einen Schutzfilm um die Lipoprotein(a)-Moleküle und
haben damit zweierlei Funktionen:
–
Sie helfen das weitere Fortschreiten der Fettablagerungen in der Arterienwand
zu verhindern (Prävention).
– Sie tragen zum Abbau bestehender Fettablagerungen in der Arterienwand
bei.
Dies geschieht auf folgende Weise: Lysin und Prolin sind in der Lage,
die im Inneren der Arterienwand anhaftenden Lipoproteinmoleküle
loszulösen und aus den Plaques auszuschleusen. Mit dem Blutstrom
gelangen die Lipoproteinmoleküle in die Leber, wo sie auf natürlichem
Wege abgebaut werden. Durch das allmähliche Ausschleusen der
Lipoproteine aus atherosklerotischen Ablagerungen werden diese abgebaut
und die
Durchblutung verbessert sich.
Dabei handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, bei dem Molekül
um Molekül aus der Arterienwand ausgeschleust und sofort in der
Leber abgebaut wird. Komplikationen, wie die Ablösung von Plaques
bei der Ballonangioplastie, treten nicht auf. Der Abbau von Fettablagerungen
aus der Arterienwand ist ein durchaus üblicher Vorgang in der
Natur. Bären und andere Winterschläfer machen davon regelmäßig
Gebrauch. Während des Winterschlafs nehmen diese Tiere keine Nahrungsvitamine
auf und auch die körpereigene Vitamin-CProduktion ist gedrosselt.
Als Folge davon lagern sich Blutfette in der Arterienwand ab und führen
zu einer Wandverdickung. Im Frühjahr, mit vitaminreicher Nahrung
und erhöhter Vitamin-C-Produktion, werden die Fettdepots abgebaut.
Die Arterienwand erhält ihre natürliche Stabilität zurück.
Hier können wir von der Natur lernen!
- Antioxidationsschutz in Blutstrom und Arterienwand. Ein weiterer
Vorgang, der die Entwicklung von Atherosklerose, Herzinfarkt und
Schlaganfall
begünstigt, ist die Oxidation. Freie Radikale, zum Beispiel aus
Umwelt und Zigarettenrauch, schädigen die Lipoproteine, aber auch
das Arterienwandgewebe selbst und fördern die Bildung von atherosklerotischen
Plaques. Vitamin C und Vitamin E gehören zu den wirksamsten
Antioxidantien.
- Entfernung von Kalzium aus den Arterienwänden. Bei Einlagerung
und Abbau von Kalzium in der Arterienwand sind Zellsysteme beteiligt,
die sonst den Knochenauf- und -umbau steuern. Die Funktion dieser Zellsysteme
ist abhängig von einer ausreichenden Zufuhr an Vitamin D.
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