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Über 60.000 Arzneimittel suchen ihre Abnehmer

Arzneimittelverschreibung und Medikamentenmissbrauch

Nach dem Statistischen Bundesamt sind Arzneimittel definiert als „Stoffe und Zubereitungen, durch deren Anwendung Krankheiten und Beschwerden geheilt, gelindert oder verhütet werden sollen. Hierzu gehören auch Stoffe, die der Diagnose dienen, die Abwehrkräfte erhöhen oder seelische Zustände beeinflussen sowie Verbandmittel“. Trifft das wirklich so zu? Urteilen Sie selbst, nach Kenntnis der folgenden Fakten.

Arzneimittelverbrauch – das Supergeschäft der Pharmaindustrie

Bekannt ist, dass Medikamente in den meisten Fällen nur Symptome von Krankheiten behandeln. Oftmals schwere Nebenwirkungen sind die Begleiterscheinungen. Ein Blick in den Beipackzettel lässt für jedermann deutlich erkennen, welche verheerenden Auswirkungen die meisten Präparate auf die Gesundheit der Menschen haben. Ganz besonders betrifft das solche Patienten, die verschiedene Arzneimittel gleichzeitig einnehmen (sollen), da die Wirkungen sich völlig unkontrolliert beeinflussen und zusätzliche Schädigungen vorprogrammiert sind. Die Ausschaltung der eigentlichen Ursachen der Erkrankung steht kaum im Fokus der herstellenden Pharmaunternehmen. Das wäre für diese auch finanzieller Selbstmord, denn würde die Krankheit tatsächlich geheilt werden, dann wäre das Medikament zukünftig überflüssig, ein Absatz also nicht mehr realisierbar. Logischerweise ist das nicht das Ziel des Pharma-Investment-Komplexes.

Die Gesundheitsausgaben steigen somit unentwegt dramatisch an. Das betrifft sowohl die Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als auch die der Privaten (PKV). Nach den letzten veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichten die Belastungen für die Gesellschaft im Jahr 2013 unfassbare 315 Mrd. Euro (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Der Investmentmarkt erfordert einen Anstieg des Umsatzes, denn dies schafft Gewinne für die Aktionäre.

Zum Vergleich: Der Betrag des Bundeshaushaltes, also die Summe aller Einnahmen bzw. Ausgaben des Bundes, betrug im gleichen Jahr 302 Mrd. Euro. Wie die Abbildung 1 ebenfalls zeigt, stiegen in dem Betrachtungszeitraum die jährlichen Gesundheitsausgaben je Einwohner von 1.970 Euro (1992) auf 3.910 Euro (2013), also auf fast das Doppelte.

Kostentreiber sind vor allem die sich stets erhöhenden Arzneimittelausgaben. Wieder bezogen auf das Vergleichsjahr 2013 betrugen diese insgesamt 48,8 Mrd. Euro. Allein innerhalb der GKV wurden 30 Mrd. Euro für Arzneien ausgegeben. Ein Jahr später waren es bereits über 3 Mrd. Euro mehr, nämlich 33,36 Mrd. (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Patentierte Arzneimittel sind die Basis des Pharma-Investment-Profits. (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, RKI und DESTATIS)

Mehr Arzneimittel, mehr Krankheiten oder umgekehrt. So entwickelt sich die Spirale stets weiter. Denn den zunehmenden Krankheiten wird i.d.R. mit der Verschreibung von noch mehr Medikamenten begegnet. Und da die Volkskrankheiten auf diese Weise einfach nicht zu stoppen sind, ja das auch für den Umsatz nicht erträglich ist, werden weitere Milliarden unserer Kassenbeiträge in die Pharmaforschung gepumpt. Immer mehr Medikamente werden auf den Markt geworfen. Zusatznutzen? Meist Fehlanzeige. Nebenwirkungen? Oft noch mehr. Ende 2007 waren in Deutschland nach dem Arzneimittelgesetz 35.802 rezeptpflichtige Arzneimittel zugelassen. Ende des Jahres 2013 gab es bereits 50.016. Auch die rezeptfreien Arzneimittel entwickelten sich in den 6 Jahren von 2007 bis 2013 von 7.675 auf 8.552 Präparate.1 Doch nicht nur die Ausweitung ihrer Anzahl sondern auch abnorme preisliche Abzockereien fördern Umsatz und Gewinne der Pharmamultis.

Mit Vorsteuerrenditen von bis zu jährlich 25 Prozent wird schnell klar, welche Triebkraft hier wirkt: der Profit! „Wir brauchen Finanzkrisen, um Renditen zu erwirtschaften“ oder auch „Finanzkrisen können Spaß machen“ hieß es kürzlich ganz offen in einer Investment-Zeitschrift.2 Solange die Pharmaindustrie eine Investmentindustrie ist, muss sie gleichsam nach der Devise handeln: Wir brauchen Krankheiten, um (noch mehr) Renditen zu erwirtschaften. Aber auch die Ärzteschaft erwirtschaftet ihren erträglichen Anteil auf Kosten der kranken Menschen. Die Verschreibungen haben sich allein von 2001 bis 2014 verdoppelt.

Die Menschen wurden zu Leibeigenen einer getarnten „Gesundheitsindustrie“

Arzneimittel und Abbauprodukte werden durch unser wichtigstes Entgiftungsorgan Leber entweder über die Niere oder über die Galle ausgeschieden. Für all die Stoffe, die im Magen-Darm-Trakt resorbiert und über die Pfortader zur Leber transportiert werden, wirkt diese wie ein Filter. Es sollte verständlich sein, dass bei ständiger Medikamenteneinnahme die Leber zur Entgiftung eine enorme Leistungsfähigkeit aufwenden muss. Je mehr Arzneien gleichzeitig eingenommen werden und je höher ihre tägliche Dosis ist, desto schneller wird somit die Belastungsgrenze der Leber überschritten. Die Folge sind schwere Leberschädigungen, und es gelangt z. B. vermehrt Ammoniak ins Blut, wodurch wiederum neurologische und psychische Probleme durch Schädigungen des Zentralnervensystems drohen. Schwer behindert werden ebenso weitere umfangreiche Aufgaben unseres zentralen Stoffwechselorgans Leber, etwa die Produktion lebenswichtiger Proteine (z. B. Gerinnungsfaktoren), die Verwertung von Nährstoffen (z. B. Speicherung von Glykogen und Vitaminen) sowie die Produktion von Gallenflüssigkeit und damit der Abbau und die Ausscheidung von Abbauprodukten des Stoffwechsels. In den Beipackzetteln vieler Medikamente wird meist auch darauf hingewiesen, denn dieser dient schließlich der juristischen Absicherung des Herstellers. Somit ist also jede/r Patient/in selbst für die Einnahme und damit für die Nebenwirkungen verantwortlich.

Abb. 3: Über 60.000 verschiedene Arzneien warten auf ihren Absatz.

Kürzlich berichteten einige Medien, dass immer mehr Schmerzmittel, Antidepressiva, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Aufputschmittel eingenommen werden. Schätzungsweise sind in Deutschland ca. 1,4 Millionen Menschen abhängig von Medikamenten. Laut OECD-Bericht sollen durchschnittlich ca. 50 Tagesdosen Antidepressiva pro 1.000 Einwohner verschrieben worden sein.3 Bekannt ist, dass Antidepressiva suizidale Gedanken oder auch Aggressivität auslösen können. Schlafmittel haben ein hohes Suchtpotential. Dauerhaft eingenommen führen sie dazu, dass die Konsumenten ohne diese nicht mehr einschlafen können. Aufputschmittel werden von vielen Menschen ständig konsumiert, um vermeintlich den täglichen Arbeitsstress überstehen zu können. Abends gibt es dann die Beruhigungspillen. Diese alle, wie auch Schmerzmittel, werden von vielen Menschen fast wie Bonbons eingenommen. Mit der Zeit steigen auch die Dosierungshöhen an. Bekannt ist mittlerweile die extrem schädliche Wirkung des Schmerz- und Fiebermittels Paracetamol. Selbst in vergleichsweise geringer Überdosierung wirkt Paracetamol toxisch und führt zu schweren Leberschäden. In Deutschland registrierte man in nur einem Jahr über 4.100 Paracetamol-Vergiftungen, und akutes Leberversagen durch paracetamolhaltige Medikamente ist die häufigste Todesursache, die im Zusammenhang mit Lebertodesfällen steht.4 Die in den Medien betriebene ständige Medikamentenwerbung heizt den Verbrauch weiter an. Dabei wird den Menschen suggeriert, dass die Pharmaindustrie fast für jedes gesundheitliche Problem entsprechende Lösungen hat.

Ein zunehmendes Thema ist auch die gleichzeitige Einnahme verschiedener arzneilicher Wirkstoffe, die gegenseitige Beeinflussungen und zusätzliche gefährliche Störungen im Stoffwechselprozess auslösen. Dies betrifft besonders den Medikamentenverbrauch im Alter. Jedes Jahr werden in Deutschland insgesamt fast 24 Mrd. Tabletten, 4 Mrd. Kapseln und 0,7 Mrd. Dragees in Apotheken verkauft.5 Befragungen der Stiftung Warentest 2013 haben ergeben, dass Ältere oft 5 und mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen, bei 10 Prozent waren es sogar 8 und mehr.6 Darunter waren auch chemische Stoffe, die für Senioren völlig ungeeignet sind. Der Alterungsprozess bringt es mit sich, dass die Entgiftungsprozesse langsamer verlaufen. Mikronährstoffe werden verbraucht, die nun woanders fehlen. Die Ausscheidung lebenswichtiger Nährstoffe wird verstärkt, und die körpereigene Produktion wichtiger Zell-Vitalstoffe wird gehemmt. Die Wechselwirkungen der verschiedenen Arzneien schaffen so zusätzlich neue Erkrankungen – ein verheerender Prozess. Die Zahl der Wechselwirkungen steigt im Verhältnis zur Anzahl der parallel verbrauchten Arzneien etwa exponentiell.7 Und so wundert es nicht, dass die Nebenwirkungen von Medikamenten in Deutschland nach Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs die vierthäufigste Todesursache sind – 58.000 Todesfälle allein in den internistischen Abteilungen der Krankenhäuser.8

Wie lange wollen wir noch diesem Profitstreben der Pharma-Investmentindustrie tatenlos zusehen? Heute besteht die Möglichkeit, und es ist unsere Verantwortung, eine effektive Gesundheitsversorgung für jeden Menschen zu schaffen. Dass diese auf Grundlage der in unseren natürlichen Nahrungsmitteln enthaltenen Mikronährstoffe erreichbar ist, daran besteht wissenschaftlich kein Zweifel. Die Abhängigkeit der Menschen von den Profitinteressen einer skrupellosen Pharmabranche muss gebrochen werden. Verbreiten Sie daher das Wissen über die lebensnotwendige Bedeutung von Mikronährstoffen, um Menschenleben zu retten.

Quellen:

  1. Anzahl der nach Arzneimittelgesetz zugelassenen Arzneimittel in Deutschland in den Jahren 2007 bis 2013“(abgerufen am 27.02.2016)
  2. „Das Investment“, Ausgabe 01/2016, S.48 und 51.
  3. Medikamentenmissbrauch: Die Risiken der Alltagshelfer“ (abgerufen am 08.09.2015)
  4. Lesen Sie hierzu unseren „Wahr“-Newsletter – Ausgabe 18/2014.
  5. Pressemeldung der Deutschen Seniorenliga: „Medikamente im Alter – Gefahr von Wechselwirkungen nicht unterschätzen“ (07.04.14).
  6. Stiftung Warentest: „Arzneimittel im Alter: Welche Medikamente für Senioren gefährlich sind“ (06.09.2013).
  7. „Polypharmakotherapie im Alter: Weniger Medikamente sind oft mehr“, In: Deutsches Ärzteblatt 2012/1099(9).
  8. Prof. Jürgen C. Frölich (Uniklinik Hannover) in „Tödliche Pillen“ (SWR 2005).

28. Juni 2016

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