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Goldman Sachs nimmt ehemaligen Kommissionspräsidenten der Brüsseler EU, José Manuel Barroso, unter Vertrag: ein eingefädelter Bilderberg-Deal?

von PAUL ANTHONY TAYLOR

Bilderberg-Vorsitzender Henri de Castries (links) mit José Manuel Barroso (rechts).

Bilder: Derbrauni (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons / MEDEF (originally posted to Flickr as Henri De Castries) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons / By European People's Party (Angela Merkel) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Wie die multinationale Investmentbank Goldman Sachs unlängst verlautbarte, stellt sie José Manuel Barroso, den einstigen Präsidenten der Brüsseler EU Kommission, in ihre Londoner Niederlassung Goldman Sachs International als Berater und „Präsident ohne Geschäftsbereich“ ein. Angesichts des häufig geäußerten Vorwurfs, Goldman Sachs habe am Ausbruch der weltweiten Finanzkrise wesentlich mitgewirkt und anschließend durch Betrug gegenüber Anlegern Kasse gemacht, konnte es kaum ausbleiben, dass Barrosos gewinnsüchtige Zustimmung zu seinem neuen Posten weithin auf Empörung stieß. Den umfänglichen Medienberichten zum Trotz fand die Tatsache, dass die Anbahnung von Barrosos neuem Job bereits auf einem Treffen der geheimen Bilderberg-Gruppe ihren Anfang genommen haben dürfte, allerdings erstaunlich wenig Beachtung.

Die Geschichte beginnt Mitte des Jahres 2015, als Barroso – ein ebenfalls kaum an die Öffentlichkeit gelangtes Ereignis – Vorstandsmitglied der Bilderberger wurde. Für die Uneingeweihten: Die Jahreskonferenzen der geheimen Bilderberg-Organisation sind ausschließlich geladenen Gäste vorbehalten und dienen als informelle Brutstätte für Beziehungen zwischen der politischen Elite und hochrangigen Geschäftsleuten aus der Industrie, der Finanzwelt, aus dem akademischen Betrieb und den Medien. Diese Treffen entziehen sich jeglicher Transparenz und Rechenschaft gegenüber den nationalen Bevölkerungen. Es werden weder Protokolle geführt, noch Berichte angefertigt, und es gibt keinerlei politische Statements, die nach außen dringen. Über die Jahre hinweg hat Barroso an einigen solcher Bilderberg-Treffen teilgenommen, einschließlich seiner Amtszeit als Präsident der Brüsseler EU-Kommission.

Die Bekanntgabe von Barrosos Aufstieg in den Lenkungsausschuss der Bilderberger geschah in typisch diskreter Manier während des Jahrestreffens im Juni 2015 in Telfs-Buchen, Österreich. Inmitten der Diskussionen an dem Wochenende wurde die Bilderberg-Webseite ohne Aufheben zu machen verändert, und flugs befand sich sein Name in der Liste der Führungsmannschaft.

Das Hauptsitz von Goldman Sachs in New York.

Bilder: Quantumquark (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons / Weatherman1126 [Public domain], via Wikimedia Commons

Nach diesem Treffen, so berichtete die britische Tageszeitung Guardian damals, erschien ein „triumphierender Barroso“ mit breitem Grinsen im Gesicht auf dem Flugplatz. Er „strahlte und winkte allen Kameras“, und „es sah aus, als hätte die Katze den Sahnetopf entdeckt“. Doch feierte Barroso einzig seine Ernennung in den Bilderberg-Vorstand, oder war da mehr als das?

Robert Zoellick, Berater für internationale Angelegenheiten bei der Goldman Sachs-Gruppe

Hier nun spitzt sich das Ganze zu und ist abermals ein Paradebeispiel dafür, wie man sich bei der Bilderberg-Truppe um den berühmten „Drehtüreffekt“ zwischen Politik und Industrie bemüht. Denn auch Robert Zoellick, der im Internationalen Beraterkomitee der Goldman Sachs Gruppe den Vorsitz ausübt, ist nicht nur reguläres Mitglied der Bilderberger, sondern gehört – wie der frisch gekürte Barroso – ebenfalls deren Führungsriege an. Angesichts des Timings von Barrosos Wechsel aus der Politik in die Finanzetagen ist dies aus vielerlei Gründen von Bedeutung.

Zum einen fanden – laut einem Bericht auf der CNBC Webseite – zwischen Goldman Sachs und Barroso bereits Gespräche statt, bevor der Ex-Kommissionspräsident der Brüsseler EU in diesem Monat seinen neuen Posten antrat, nämlich „gut ein Jahr“ zuvor. Da Barroso jedoch erst Ende Oktober 2014 aus der Kommission schied, bedeutet dies, dass seine Unterredungen mit Vertretern von Goldman Sachs bereits zu einer Zeit begannen, als er noch der vorgeschriebenen 18-monatigen „Abkühlungsphase“, also der bis Ende April 2015 andauernden Zwangspause unterlag, während der ihm Lobbytätigkeit oder jegliche anderen Aktivitäten, die geeignet sind, einen Interessenskonflikt darzustellen, untersagt waren. Es steht somit völlig außer Frage, dass die Aufnahme und Pflege eines jahrelangen „Gesprächs“ mit Goldman Sachs allermindestens eine dreist überzogene Interpretation jener „Abkühlungsphase“ ist.

Wenn aber die Gespräche tatsächlich schon rund ein Jahr vor Barrosos Wechsel liefen, heißt dies, dass sie ziemlich genau zu der Zeit seiner Teilnahme am zuvor genannten Bilderberg-Treffen aufgenommen wurden, als er im Juni 2015 mit dem Aufrücken in deren Lenkungsausschuss bedacht wurde.

Wen also noch präsentiert die Teilnehmerliste des besagten Schlüsseltreffens von 2015, welches für so viel verzücktes Grinsen auf Barrosos Gesicht Anlass gab, so dass er aussah, wie eine Katze, die auf Sahne gestoßen ist? Nicht nur Robert Zoellick, sondern auch Peter Sutherland, den damaligen Internationalen Präsidenten von Goldman Sachs. Aber selbstverständlich war auch dies alles nur bloßer Zufall.

25. Juli 2016

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