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Artikel im New England Journal of Medicine ruft US-Regierung zur Kennzeichnung von Gen-Food auf

Ein in der jüngsten Ausgabe des angesehenen Fachblatts New England Journal of Medicine (NEJM) erschienener Artikel führt Argumente an, nach denen die US-Regierung von ihrer Position abrücken und stattdessen die Kennzeichnung von genmanipulierter Nahrung fordern sollte. Unter dem Titel ‚GMOs, Herbicides and Public Health’ (dt.: Genmanipulierte Organismen, Herbizide und die Öffentliche Gesundheit) weist der Artikel aus der Rubrik ‚Blickwinkel’ zum einen darauf hin, dass es zu einer starken Zunahme der ausgebrachten chemischen Unkrautvernichtungsmittel kam – sowohl in der absoluten Menge als auch in deren Anzahl in der Anwendung auf Gen-Saatgut – und zum anderen, dass eine noch weitere Zunahme (die größte binnen einer Generation!) für die nächsten Jahre angekündigt ist. Da Ernteerträge aus Gen-Saatgut heutzutage die am stärksten mit Pflanzenvernichtungsmitteln belasteten Agrarprodukte sind, glauben die Autoren, es sei an der Zeit, alle Sicherheitsaspekte der pflanzlichen Biotechnologie erneut genau unter die Lupe zu nehmen.

Ein häufig von den Herstellern ebenso wie von Regulierungseinrichtungen vorgebrachtes Argument, das die angebliche Sicherheit von Gen-Saatgut unterfüttern soll, ist, dass an dem Prozess des Neu-Zusammenstellens von Genmaterial in Saatgut überhaupt nichts Neues sei. Letztlich heißt es darnach, wenn gentechnisch veränderte Nahrung gegenüber ihrem traditionellen Pendant als „substantiell äquivalent“ aufgefasst wird, dann kann sie auch in gleicher Weise behandelt und als sicher eingestuft werden.

Wie jedoch die Autoren des NEJM-Artikels darlegen, verkennt ein solches Denken die Wirklichkeit, nämlich dass Felder mit Gen-Pflanzen in steigendem Maße auf den Einsatz von Herbiziden angewiesen sind und auch die Zahl dieser Gifte immer mehr anwächst. Erst kürzlich klassifizierte die IARC (die bei der Weltgesundheitsorganisation angesiedelte Internationale Agentur für Krebsforschung) Glyphosat, also jenen Unkrautvernichter, dessen Einsatz beim Anbau von Gen-Pflanzen am weitaus verbreitetsten ist, als „für Menschen wahrscheinlich krebserregend“. Und auch ein anderes häufig angewendetes Herbizid, die 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure – ein Bestandteil des durch den Vietnam-Krieg berüchtigt gewordenen Entlaubungsmittels Agent Orange – wurde von der IARC als „möglicherweise krebserregend für Menschen“ klassifiziert. Angesichts dieser Tatsachen gibt es massive Gründe besorgt zu sein – sowohl auf Verbraucherseite als auch bei den Regulierungsinstitutionen. 

Zudem macht der NEJM-Artikel den berechtigten Einwand, dass die Kennzeichnung von Gen-Food eine Reihe von Vorteilen bietet. Eine solche ist beispielsweise unumgänglich, um das Auftreten neuartiger Nahrungsmittelallergien zurückzuverfolgen und die Auswirkungen chemischer Herbizide, die auf Gen-Pflanzen ausgebracht werden, bewerten zu können. Außerdem respektiert eine Kennzeichnung die Wünsche einer wachsenden Zahl von Verbrauchern, die auf ihrem Recht bestehen, zu wissen, welche Nahrungsmittel sie erwerben und wie diese produziert werden.

Schließlich aber ist einfach Fakt, dass gentechnisch manipuliertes Saatgut patentierbar ist, weil es – anders als herkömmliches Saatgut – im Labor erzeugt wurde und in der Natur nicht vorkommt. Gerade dies macht es für die BioTech-, Pharma- und Chemieunternehmen, die dieses Saatgut herstellen, zu einer so hoch attraktiven Investitionsanlage. Patente auf Gen-Pflanzen und die damit verbundenen Aussichten auf Multi-Milliarden Dollar Profite einerseits sowie auf die Kontrolle des Marktes andererseits, bilden für die Produzenten jene verlockenden Anreize, um Wege ausfindig zu machen, den Konsumenten diese neuen Nahrungsmittel auf den Teller zu zwingen, ungeachtet der möglichen Gefahren für die Gesundheit der Menschen.

Es wird sich zeigen, ob die zuständige FDA, die Nahrungs- und Arzneimittelbehörde der USA, die wachsende Zahl von Forderungen berücksichtigt, die nach einer Kennzeichnung von Gen-Food verlangen. Je länger sie sich diesen aber verschließt, desto energischer und unüberhörbarer werden die Vorwürfe laut, dass deren Repräsentanten primär die Interessen der GMO-Konzerne vertreten und die Verbraucherinteressen erst weit dahinter ansiedeln.

10. September 2015

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