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Herber Rückschlag für die Biotech-Industrie: Insekten entwickeln Resistenzen gegenüber Gen-Pflanzen

von PAUL ANTHONY TAYLOR

Eine neue große wissenschaftliche Bewertung von Nutzpflanzen, welche mittels Genmanipulation dazu gebracht worden sind, Schädlingsgifte zu produzieren, fand heraus, dass Insekten rasch Resistenzen dagegen entwickeln. Die Veröffentlichung im Fachmagazin Nature Biotechnology stammt von Forschern der Universität Arizona, USA. Sie untersuchten in 36 Fällen, wie Insekten auf jene Pflanzen reagieren. Bemerkenswert ist, dass die Daten im Jahr 2016 einen dramatischen Rückgang der Wirksamkeit der Gifte zeigen, nämlich in 16 Fällen, wobei bereits 3 Jahre zuvor die Vorzeichen darauf einsetzten. Daraus ergibt sich ein gewaltiger Anstieg der Resistenzen, denn noch im Jahr 2005 beobachte man solche bloß in 3 Fällen. Insgesamt sahen die Forscher bei einer Mehrheit der Fälle (19 von 36) das Zustandekommen von Resistenzen oder ersten Anzeichen dessen.

Die im Rahmen der Auswertung analysierten Daten umfassen die Reaktionen von 15 Insektenarten und stammen aus 10 Ländern von allen Kontinenten (außer der Antarktis). Bei den 16 genannten Fällen, wo die Insekten eine völlige Resistenz entwickelten, ist besonders beunruhigend, dass dies innerhalb von durchschnittlich 5 Jahren erfolgte. Die Studie liefert daher handfeste Belege dafür, dass Regierungen, indem sie die Ausbreitung von gentechnisch manipuliertem Saatgut zulassen und fördern, nicht nur rücksichtslos zulasten der Umwelt handeln, sondern sich vor allem zu Erfüllungsgehilfen im Interesse des Profits von Multimilliarden Dollar schweren Biotech-Konzernen machen.

Steigender Einsatz chemischer Unkrautvernichter beim Anbau von Genpflanzen

Crop spraying near St Mary Bourne - geograph.org.uk

Ausbringung von „Pflanzenschutzmitteln“ in der industriellen Landwirtschaft
[CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Im August 2015 erschien im altehrwürdigen New England Journal of Medicine (NEJM) ein nachdenklich stimmender Artikel. Ihm lässt sich ein wichtiger Anhaltspunkt entnehmen, wohin es nach Auffassung der GMO-Saatgut-Industrie gehen soll. Die Autoren forderten die US-Regierung dazu auf, dass sie von ihrer laxen Position abrücken und stattdessen die Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln einführen möge. Dabei weisen sie auf den enormen Anstieg der beim Anbau von Gentechnik-Pflanzen zum Einsatz kommenden Chemikalien zur Unkrautvernichtung hin. Deren standardmäßige Ausbringung nehme in den kommenden Jahren immer erheblichere Ausmaße an und habe doch schon längst zum größten Anstieg binnen einer Generation geführt. Da Ernteerträge aus Gentechnik-Saatgut heutzutage die am stärksten mit Pflanzenvernichtungsmitteln belasteten Agrarprodukte sind, mahnen die Autoren dazu, erneut alle Sicherheitsaspekte der pflanzlichen Biotechnologie genau zu überprüfen.

Im Anschluss an diesen Aufruf im NEJM brauchte es nicht lange, bis Beweise die Stichhaltigkeit dieser Kritik untermauerten. In einer Studie, die nur ein Jahr später, im August 2016, im Fachjournal Science Advances erschien, wies eine Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA nach, dass im Zuge einer wachsenden Gentechnik-Landwirtschaft der Einsatz von Herbiziden anstieg, weil Unkräuter ebenfalls resistenter wurden. Die größte jemals zu gentechnisch manipulierten Nutzpflanzen durchgeführte Studie zeigte, dass Farmer, die genmanipulierte Sojabohnen anbauen, inzwischen 28 Prozent mehr Herbizide ausbringen, als jene Landwirte, die auf Gen-Saatgut verzichten.

Wenn Patente mehr gelten als Menschen

Anders als normales Saatgut ist Gentechnik-Saatgut nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurde in Laboren entwickelt. Dies ist der eigentliche Grund, warum Biotech-Unternehmen diesen „Markt“ als äußerst attraktive Investitionsmöglichkeit erachten. Patente auf genmanipuliertes Saatgut – sie bedeuten nicht allein die Aussicht auf Multimilliarden Dollar Profite, sondern gewähren zugleich die Kontrolle von Saatgut und damit über den Agrarmarkt. Beides zusammen sind mächtige Anreize für jene Unternehmen und treiben sie dazu, Wege zu finden, uns Verbrauchern die Gentechnik auf den Teller zu nötigen, egal ob damit Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden sind.

Es ist offensichtlich, dass die Herstellung genmanipulierter Pflanzen und Organismen auf dem gleichen Geschäftsmodell beruht, wie das Pharmageschäft und die Chemische Industrie. Ob wir über Gen-Saatgut sprechen oder über synthetische Substanzen, die Strategie dahinter ist exakt die dieselbe: Verändere in der Natur vorkommende Moleküle in einer Weise, dass sie sich patentieren lassen, und du kannst deren Eigentümer sein. Firmen und Industriebetriebe, die sich an solchen Praktiken beteiligen, sind die Gesundheitsinteressen der Menschen notwendigerweise gleichgültig. Denn im Vordergrund stehen Gewinnmaximierung und ökonomische Befriedigung von Investoren sowie die globale Kontrolle über Milliarden schwere Märkte.

Doch nur sechs Monate nachdem Monsanto von einem internationalen, öffentlichen Tribunal des ‚Ökozids’ angeklagt wurde, stellen die Ergebnisse der aktuellen Studie in Nature Biotechnology einen herben Rückschlag für die Biotech-Industrie dar. Da Fraßschädlinge gegenüber Gen-Pflanzen rasch Resistenzen entwickeln und die einzige Antwort der Hersteller hierauf lautet, die Genmanipulation und dazugehörige Gift-Strategien noch intensiver voranzutreiben, wobei klar ist, dass diese Vorgehensweise maximal eine Verzögerung, nicht aber einen Stopp der Resistenzbildung bewirken kann, sieht die Zukunft der Biotech-Industrie trostlos aus. Bezogen auf die Umwelt und die Gesundheitsinteressen der Menschheit aber kann diese Nachricht nur als eine sehr gute aufgefasst werden.

24. Oktober 2017

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