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„Ich verstehe Dich“ – Warum aktives Zuhören der erste Schritt zur Gesundheit ist

von Mirja Holtrop

Es ist uns Menschen in die Wiege gelegt: Alles um uns herum nehmen wir unterbewusst auf und verarbeiten es rasch. Das sogenannte „aktive Zuhören“ entspricht also unserer genetischen Prägung. Und obwohl genau das zu unseren wichtigsten sozialen Fertigkeiten zählt, ist aktives Zuhören am wenigsten entwickelt. Man kann es aber lernen und trainieren. Dann hat man erweiterte Möglichkeiten – auch, um seine eigene Gesundheit zu verbessern.

Wenn Du etwas sagst, dann wiederholst du nur, was Du schon weißt. Wenn du vernünftig zuhörst, lernst Du etwas Neues. - Dalai Lama

85% dessen, was der Mensch lernt, weiß er durchs Zuhören. „Zuhören ist viel nützlicher als reden“, weiß Harvard-Forscher William Ury. In seinen Versuchsreihen fand Ury heraus, dass Menschen, die gut zuhören können, viel gesünder, erfolgreicher und zufriedener im Leben sind, als jene, die schlecht zuhören. Ury kommt zu dem Schluss, dass wir mindestens zweimal soviel zuhören sollten als reden.

Heutzutage ist das gar nicht leicht, mit all der medialen Ablenkung um uns herum. Echtes und wirklich aufmerksames Zuhören wird enorm erschwert. Das Internet und Social Media halten uns den ganzen Tag beschäftigt; manche besonders Süchtige sogar des Nachts. Wir werden mit soviel Nachrichten überflutet, dass unser Gehirn sich schwer tut abzuschalten.

Wie wird man also ein aktiver Zuhörer? Man muss zuhören können, wenn man sich für die Ideen anderer öffnen will. Zunächst muss man den inneren Dialog abschalten und seinen permanenten, störenden Gedankenstrom unterbrechen, damit Platz für „das Neue“ ist. Erst so können Sie das Gesagte vollständig resorbieren.

Und jetzt passiert ein entscheidender Effekt: Jene Menschen, denen Sie aktiv zuhören, werden bei Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gleiche tun. Ihr ganzes soziales Netzwerk wird von dieser neuen Qualität profitieren und Sie werden viel mehr aus Ihrem Beruf, Ihrem Hobby und all ihren langfristigen Zielen herausholen. Was immer Sie auch wählen, es wird ein ganz neues Level erreichen!

Eine der meist verbreiteten Unarten im Management ist das ‚nicht Zuhören’. - Daniel Goleman

Jemandem, der mit einem redet, mit Ignoranz zu begegnen, ist, wie eine Urlaubsreise anzutreten, aber dann Kopfhörer tragend im Reisebus hocken zu bleiben. Eine Katastrophe auf vielerlei Ebenen! Nicht nur, dass Sie eventuell spannende Aspekte verpassen, nein, Sie ruinieren das ganze Verhältnis und verpassen Chancen und Gelegenheiten, die sich aus dem aktiven Zuhören möglicherweise ergeben hätten.

Erstaunlicherweise halten sich die meisten aber für super Zuhörer! Accenture, eine internationale Beratungsagentur, hat kürzlich eine Studie mit 3600 Teilnehmern vorgelegt: Von ihnen denken zwar 97 Prozent, dass sie selbst gut zuhören, aber 62 Prozent geben an, dass richtiges Zuhören heutzutage immer schwieriger wird.

Werden Sie innerlich ruhig

William Ury stellte fest, dass aktives Zuhören relativ schwierig ist, nicht nur wegen der medialen Vermüllung extern, sondern auch wegen des internen Lärms im Kopf, der uns nicht den Raum verschafft, den wir für die nötige Konzentration beim Zuhören brauchen!

Laut einer Studie von Microsoft liegt die maximale Aufmerksamkeitsspanne bei Menschen, die viel Social Media benutzen, bei 8 Sekunden!

Dabei kann aktives Zuhören so einfach sein. Es liegt in unserer Natur. Verliebte können sich stundenlang hervorragend konzentrieren. Ebenso kleine Kinder, die eine Geschichte hören wollen, oder eben alle, die ein spannendes oder informatives YouTube-Video gucken.

Bestseller Autor Dr. Tony Alessandra unterscheidet zwischen vier „Zuhör-Typen“:

1. Der Nicht-Zuhörer

Dieser macht keinen Hehl daraus, dass er sich am liebsten selbst reden hört, und er gibt sich keine Mühe, dem anderen vernünftig zuzuhören. Während er so tut, als höre er zu, schweifen seine Gedanken ab. Er fällt durch seinen starren Blick auf und gestikuliert zeitweise nervös. Er spricht viel von sich selbst, unterbricht oft und hat normalerweise das letzte Wort.

2. Der Teilweise-Zuhörer

Dieser Zuhörer ist schon etwas besser, hört aber ebenfalls nur oberflächlich hin. Er ist mental schon mit der Antwort beschäftigt, da reden Sie noch! Der Teilweise-Zuhörer ist leicht ablenkbar durch Geräusche, Bewegungen oder seine eigenen Gedanken. Diese Zuhörer lieben es sogar, aktiv nach Ablenkung zu suchen, um eine Entschuldigung für ihr schlechtes Zuhören zu finden.

Schwierige Charaktere! Man sollte meinen, sie hören zu, und tun es doch nicht. Insofern ist der Nicht-Zuhörer angenehmer, weil man zumindest weiß, woran man ist.

3. Der prüfende Zuhörer

Dieser Zuhörer ist emotionslos und logisch denkend. Er eignet sich hervorragend für wissenschaftliche Texte, Zahlen und Fakten, allerdings verpasst er gewisse Schwingungen zwischen den Zeilen, die die Nachricht komplementieren. Stimme, Körpersprache und Mimik wird er nicht ausreichend in Betracht ziehen. Was nun oft passiert, ist, dass der prüfende Zuhörer zwar denkt, er habe alles verstanden, der Redner sich allerdings nicht im Ansatz verstanden fühlt.

4. Der aktive Zuhörer

Aktives Zuhören ist die beste Form des Zuhörens! Wenn Sie das schaffen, können Sie die Welt erobern! Aber Sie müssen sich anstrengen, denn Sie brauchen ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit. Sie müssen das Gesagte nicht bewerten, sondern sich in die andere Person hineinversetzen und voll und ganz ihren Standpunkt erfassen. Sie müssen sich emotional auf den Sprecher einlassen und die Welt durch seine Augen erfahren. Nur dann sehen Sie seine Botschaft und seine Absicht.

Es gibt eine ganze Reihe nutzloser Bücher auf dem Markt, die suggerieren, dass man beim Zuhören einen interessierten Gesichtsausdruck auflegen und ab und zu mit dem Kopf nicken und „ah“ und „mhm“ sagen muss, um dem Sprecher vorzugaukeln, dass man ihm zuhört. So etwas hat der aktive Zuhörer nicht nötig. Man spürt, dass er sich interessiert. Aktive Zuhörer sind keine Schauspieler.

Übrigens merken es die meisten Menschen schnell, wie interessiert jemand wirklich ist!

Es geht nicht immer nur um Sie!

Viele ungeübte Zuhörer haben die störende Angewohnheit, dauernd alles auf sich zu beziehen. Aktive Zuhörer wissen, dass sie nicht jede Information mit sich selbst abgleichen müssen und sich die Welt nicht ständig um sie herum dreht. Wenn Sie jemandem wirklich aktiv zuhören, dann finden Sie in den meisten Fällen immer eine besonders interessante Information in seinem Text. Wenn Sie ständig unterbrechen würden, kämen diese interessanten Aspekte nicht ans Tageslicht. Lauschen Sie also dem Redner und merken Sie, wie sich eine ganz neue Welt für Sie öffnet.

Klar, jedem brauchen Sie nicht ständig zuzuhören. Aber Sie lernen schnell, bei wem es sich lohnt!

Es ist übrigens besser, lieber keine Konversation zu führen, als schlecht zuzuhören. Insofern ist es dann günstiger, den Raum zu verlassen, um sich unwürdigen Konversationen zu entziehen. Sie werden instinktiv merken, ob das nötig ist. Geben Sie aber dem Redner immer zuerst eine Chance!

Wenden Sie das nun an, um Ihre Gesundheit zu verbessern!

Ab in die Praxis! Stellen Sie sich vor, Sie wollen gesünder leben, abnehmen und mehr Sport treiben. Falls Sie alles allein und schweigend erreichen können: prima!

Falls Sie einen Coach brauchen, dann nützt Ihnen auch der Beste nichts, wenn Sie nicht vernünftig zuhören können. Der erfahrenste Zellular-Medizin-Berater kann nicht zu Ihnen durchdringen, wenn Sie ihn nicht mental „einlassen“.

Hören Sie auf Leute, die das schon erreicht haben, was Sie erreichen wollen. Und dann horchen Sie besonders gut. Falls Sie sich für Naturheilverfahren interessieren, melden Sie sich jederzeit, wir haben Zugang zu verschiedenen Experten auf diesem Gebiet.

Seien Sie ein Schatzsucher und suchen Sie nach Informationen, die Sie Ihren Diamanten finden lassen. Hören Sie aktiv zu! Das, was Sie von anderen Menschen lernen, kann der Wechselpunkt in Ihrem Leben sein.

13. Februar 2018

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