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INTERVIEW MIT DER SCHAUSPIELERIN CASEY B. DOLAN:

Visionen für eine Welt der Gesundheit, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit

von MIRJA HOLTROP

Die Südafrikanerin Casey B. Dolan ist eine international mit Preisen geehrte Schauspielerin, Autorin, Tänzerin, Verfasserin politisch-satirischer Kolumnen, Friedensaktivistin, Fotografin, sie betreibt Karate und trägt den Schwarzen Gürtel, und sie ist Mutter eines achtjährigen Sohns. Leidenschaftlich setzt sie sich für die Ziele unserer Stiftung für eine gesunde, friedliche und sozial gerechte Welt ein. Sie lebt in Hout Bay, einem lauschigen Fischerdorf nahe Kapstadt.

In ihrem engen Zeitplan fand Casey die Möglichkeit für ein Gespräch mit Mirja Holtrop.

MIRJA: Kannst Du uns etwas über die bisher größten Herausforderungen in Deinem Leben sagen und was Du aus diesen Situationen gelernt hast?

CASEY: Ich liebe das Wort „herausfordernd“, denn Herausforderung bedeutet im Grunde Wachstum und das Verschieben von Grenzen, vielleicht etwas, das es zu überwinden gilt oder etwas, das man integrieren muss, um ein besseres Gleichgewicht zu finden. Also obwohl mein Leben sicherlich so seine Höhen und Tiefen hatte, sehe ich diese nicht in einem negativen Licht. Was bereits der Vergangenheit angehört, ist im Grunde irrelevant. Wie eine Person die jeweilige Lebenserfahrung in positive Attribute zu verwandeln versteht, bestimmt letztlich die Erfahrung in der Gegenwart.

War der Aufbau einer erfolgreichen Karriere also eine Herausforderung? Definitiv. Ich stieß auf Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Missgunst und viele andere Situationen, an denen ich immens gewachsen bin.

Ich wurde auch mit Krankheit konfrontiert, sowohl vor als auch während meiner Schwangerschaft, die nicht nur mein eigenes Leben bedrohte, sondern auch das meines Kindes. Das war eine enorme Herausforderung, aber am Ende doch ein Gewinn, weil ich daraufhin gezwungen war, die Art und Weise zu verändern, mit der ich bislang auf Ernährung, Wohlbefinden und letztlich das Leben selbst geblickt hatte.

MIRJA: Angenommen, Dir würden entsprechende politische Entscheidungsbefugnisse übertragen, was würdest Du zur Beseitigung von Armut tun? 

CASEY: Armut ist nichts, das eine Änderung erfährt, als bis dass jeder Mensch den anderen als gleich erachtet. Die Art, wie wir gegenwärtig unsere westlichen Gesellschaften eingerichtet haben: wenn wir uns beispielsweise als „erfolgreich“ bezeichnen, meinen wir, dass wir etwas besitzen, worüber der andere nicht verfügt, oder dass wir etwas erreicht haben (gewöhnlich auf Kosten anderer), was jemand anderes nicht hat, und schließlich, dass wir das Gefühl haben, in gewisser Weise überlegen zu sein, einfach durch äußere Umstände oder dadurch wie wir Macht auffassen.

Das ist die grundlegende Krankheit in unseren sozialen und politischen Konstrukten heutzutage, nämlich dass jemand, der etwas nicht hat, nicht unseren Ansichten von Erfolg oder Glück entspricht. Dieser fundamentale Zugang zu Erfolg müsste sich daher wandeln, um den grundlegenden Bedürfnissen jedes Menschen gerecht zu werden. Die Ironie ist natürlich, dass wir zwar über die Technologien, das Vermögen und die Mittel verfügen, um Armut in unseren Lebzeiten zu beseitigen, doch setzen wir den Fokus ständig woanders.

Ein weiterer Aspekt hierbei ist, dass wir von Hause aus immer mehr wollen, ob es Macht ist, Geld oder noch mehr Erlebnisse, die uns zuteil werden. Das hat uns in eine Situation gebracht, in der der Planet und das Leben auf ihm leiden als eine unmittelbare Folge unserer Gier. Diese Habgier ist nicht nachhaltig, und wirtschaftliche Branchen wie die Pharmazeutische Industrie, das Erdölgeschäft, die Nahrungsmittelindustrie und die Waffenindustrie nutzen ihren umfassenden politischen Einfluss, um die Ressourcen der Menschen dieser Welt auszusaugen. Das Zusammengehen von Monsanto und Bayer bereitet mir Kopfschmerzen…

Doch während all dies schwierig zu verändern ist, ist es doch nicht unmöglich – sobald die Menschen darüber aufgeklärt werden.

Womit ich beginnen würde, ist, zuckerhaltige Produkte und Fast Food höher zu besteuern. Ein gesunder Geist kann nur in einem gesunden Körper existieren! Es ist tragisch, dass angesichts all der wissenschaftlichen Beweise, dass große Konzerne langsam unsere Körper vergiften, ein Großteil der Gesellschaft dennoch nicht in der Lage ist, sich vom Fast Food zu befreien (obwohl ich das gar nicht mehr als „Essen“ bezeichnen will). Die Kosten, die der Gesellschaft, der Regierung und den Familien auferlegt werden, sind exorbitant, gar nicht zu reden von den emotionalen Verheerungen, wie Krebs, Schlaganfällen, Diabetes und anderen Krankheiten, die allesamt zunehmen. Es ist überhaupt keine Frage, dass die Menschen davon wegkommen müssen, sich „verpackte“ Nahrung zu kaufen, und dass stattdessen frische, lokal angebaute Lebensmittel die Quelle unserer Ernährung sein müssen. Ich weiß, dass Bio-Lebensmittel gegenwärtig mehr kosten, allerdings ist es weit teurer, Krankheiten zu erleiden und sich womöglich einer Behandlung im Krankenhaus zu unterziehen, mal ganz abgesehen von den immensen Schmerzen und dem Leid, das sich so einfach vermeiden ließe.

MIRJA: Im Alter von 42 siehst Du zehn Jahre jünger aus! Was ist Dein Geheimnis?

CASEY: Es besteht kein Zweifel daran, dass eine Ernährung, die auf frischen, unverarbeiteten, biologisch angebauten Lebensmitteln basiert, den größten Beitrag dazu liefert, wie wir die Zellen unseres Körpers versorgen, damit sie möglichst dynamisch und voll funktionsfähig bleiben. Außerdem lege ich alle zwölf Tage eine Fastenpause ein. Das ist höchst nützlich, auf so vielen Gebieten.

Meine Yogamatte rolle ich jeden Morgen aus und praktiziere Yogaübungen vor dem Sonnenaufgang, anschließend folgt Meditation und mein Tag liegt vor mir mit einem ausgeglichenen, ruhigen Start.

Ich habe das Privileg, von zu Hause arbeiten zu können und daher mit meinen Hunden ausgehen zu können, jeden Tag an frischer Luft. In der Natur unterwegs zu sein, verjüngt mich auf eine Weise, die ich nicht so ohne weiteres beschreiben kann.

Letztlich aber, und dies ist der wohl wichtigste Faktor: Ich versuche, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen und lache so oft ich kann!

MIRJA: Als Mutter, die eine natürliche, ganzheitliche Ernährungsweise liebt, kannst Du Dein Verständnis und Deine Erfahrungen hierzu in Schulen einbringen?

CASEY: Vom Tag eins an, da mein Kind eingeschult wurde, habe ich mich bemüht, die in Schulen übliche Sichtweise zu Gesundheit zu verändern. Das war gelinde gesagt nicht einfach. Den Anfang habe ich damit gemacht, in Schulen den Grundsatz von „wenig Zucker“ oder sogar „kein Zucker“ einzuführen. Wir schicken unsere Kinder zur Schule, damit sie gesunde Umgangsformen erwerben, gegenseitigen Respekt erlernen und zu den gesündesten Erwachsenen wie möglich werden. Doch ist dies eine schier unlösbare Aufgabe, wenn der Hauptbestandteil ihrer körperlichen Verfasstheit missachtet wird. Es gibt inzwischen eine erhebliche Zahl von Untersuchungen, die belegen, dass Ernährung einen riesigen Einfluss darauf ausübt, wie wir uns verhalten, ebenso auf die Verbesserung unserer Konzentrationsfähigkeit und unser Wohlbefinden insgesamt.

Die anderen Mütter sträubten sich anfangs dagegen, gaben mir sogar den Titel „Zucker-Nazi“! Mein Kind wurde auf Geburtstagspartys geärgert, weil ich ihm nicht erlaubt habe, jede Woche bei einem weiteren Geburtstag schon wieder Kuchen zu essen. (Ich wusste, dass in der gleichen Woche erneut eine mit Zucker und Konservierungsstoffen überfrachtete Geburtstagsparty folgen würde!) Schließlich habe ich beschlossen, mein Kind aus dem Mainstream-Schulsystem zu nehmen, und ich fand eine Montessori-Schule mit entscheidend veränderten Ernährungseinstellungen, nämlich dahingehend, dass der Gehalt an Zucker in Snacks reduziert und für das Lunch biologisch erzeugte Lebensmittel genutzt wurden. Auf den Geburtstagsfesten gibt es gesunde Snacks, zum Lunch werden vegetarische Optionen angeboten, und verständnisvolle Lehrer wollen das Beste für die Kinder auf allen Gebieten.

Ich übernahm es, meine eigenen köstlichen Rohkost-Snacks zuzubereiten (es gibt ja so viele gesunde Schokoladen- und Snack-Rezepte im Netz, aus denen man auswählen kann) und, obwohl es eigentlich Leckerbissen für Zwischendurch sein sollten, verschlingt mein Sohn alles, was ich zubereite, mit großer Begeisterung, so wie die herkömmlichen Pausen-Snacks. Wir machen Avocado-Eiscreme mit Kokosnussmilch, Minzessenz, Honig und rohem Kakao, Bananen-Eiscreme, Mango-Eiscreme, Energiebällchen aus Körnern und Datteln, und noch so vieles mehr … lecker!

MIRJA: Was ist Deine Rat an junge Menschen? Wie können sie den negativen Einflüssen des Fernsehens, dem Drogen- und Alkoholmissbrauch widerstehen?

CASEY: Es ist gar keine Frage, dass, sobald wir uns darauf gründen, Glücksgefühlen von außen nachzujagen, wir immer wieder einen Mangel empfinden und nach mehr verlangen werden. Wenn eine Person fähig ist, in sich selbst einen Platz zu finden, wo kein Stimulus von außen nötig ist, um einen freudigen Zustand zu erregen, wird das zwanghafte Verlangen nach äußerer Erfüllung erheblich reduziert. Was in Schulen daher nötig ist, ist eine Umstellung auf inneres Wohlergehen, nicht allein das äußere, weil bloßer Komfort ohne innere Erfüllung letztlich ins Unwohl führt. Wenn Kindern vermittelt wird, wie sie mit ihren inneren Potentialen umgehen können, anhand einfacher Meditation, gesunder Ernährung (ohne zugesetzten Zucker, Transfette, Fast Food oder süße Getränke) und mit Hilfe von Yoga-Übungen – es gäbe einen dramatischen Rückgang beim Missbrauch von Drogen und Alkohol. Das kann nur geschehen, wenn die Menschen aufstehen und sich für Veränderung einsetzen.

Werbeleute müssen in soziale Verantwortung investieren. Softdrinks mit einer Verheißung von Abenteuer, Spaß und aufregenden Erfahrungen auszustatten, ist absolut unethisch. Die Tatsache, dass viele Getränkehersteller ihre zuckerhaltigen Erzeugnisse durch eventuell sogar noch schädlichere Substanzen erneuern, welche es ihnen ermöglichen, ihre Produkte als „zuckerfrei“ zu vertreiben – das ist keinesfalls glaubwürdig!

Fördern wir aber gesunde Produkte, die das Wohlbefinden von Körper und Geist stärken, gewinnt jeder.

14. Februar 2017

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