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Mahatma Gandhi: Gewaltfreier Widerstand als Antwort auf Unterdrückung

von Mirja Holtrop

Aufgrund seiner gewaltlosen Lebenseinstellung erhielt Mohandas Karamchand Gandhi von seinen Verbündeten den Namen Mahatma, was „der mit der großen Seele“ bedeutet. 1869 in Indien geboren, wurde Gandhi zum bekanntesten Führer in Indiens Unabhängigkeitskampf von der Kolonialmacht Großbritannien.

Gandhi wurde in der Küstenstadt Porbandar geboren, im Staat Gujarat, als der Sohn eines Geistlichen. Seine tiefreligiöse Mutter gehörte dem Glauben des Vaishnavismus an. Diese Religion verehrt den Hindu-Gott Vishnu. Bei diesen Eltern war es kein Wunder, dass Gandhi Gewaltfreiheit und Selbstdisziplin lernte, was ihm später, in seinem Leben als Anwalt und gewaltloser Widerstandskämpfer, zugute kommen sollte.

Nach seinem Jurastudium in London und seiner Zulassung als Anwalt, kehrte Gandhi 1891 nach Indien zurück und eröffnete eine Kanzlei in Bombay. Das Geschäft lief allerdings nicht gut und so nahm er ein Angebot in Südafrika an.

Gandhi war über die Rassendiskriminierung in Südafrika entsetzt. Einmal bat ihn ein weißer Staatsanwalt im Gericht, den Turban abzusetzen. Gandhi weigerte sich und verließ empört das Gerichtsgebäude. Ein weitere Vorfall der gleichen Art ereignete sich in einem Zugabteil auf einer Fahrt nach Pretoria, als ein Bahnbeamter Gandhi aus dem Erste-Klasse Abteil drängte, verprügelte und aus dem Zug warf. Dies war ein Wendepunkt für Gandhi, und ab diesem Zeitpunkt begann er, seine Anhänger in Satyagraha (Wahrheit und Innere Stärke) zu unterrichten, um das friedliche Nicht-Übereinstimmen durch passiven Widerstand gegen das System zu demonstrieren.

Während der Burenkriege 1899-1902, in denen englische und holländische Besatzer um den Einfluss auf südafrikanischen Boden kämpften, trommelte Gandhi 1100 Freiwillige für den Sanitätsdienst der Engländer zusammen. Jene Gruppe wurde bekannt unter dem Namen Natal Indian Ambulance Corps. Obwohl man meinen könnte, die Engländer wären vielleicht dankbar gewesen und hätten das System verändert, indem sie die Rechte für Farbige denen der Weißen angleichen würden, passierte nichts in dieser Richtung, und nach dem Krieg war die Diskriminierung und Rassentrennung von Farbigen in Südafrika die gleiche.

Passiver Widerstand

Als 1906 die südafrikanischen Inder zum damaligen Asiatic Registration Act gezwungen wurden (was bedeutete, dass sie Fingerabdrücke abgeben und ihren Ausweis jederzeit mit sich tragen mussten), organisierte Gandhi eine Antidiskriminierungsbewegung. Diese wurde gewaltvoll beendet und viele von Gandhis Anhängern wurden verhaftet oder erschossen.

Die britische Regierung erkannte, dass die politische Situation in Südafrika bald nicht mehr zu kontrollieren war und befürchtete einen Bürgerkrieg. Deswegen ließ sie sich mit Gandhi auf einen Kompromiss ein: indische Heiraten wurden fortan anerkannt und eine Jahresteuer für Inder wurde eingestellt.

Eine globale Figur der Zeitgeschichte

1915 verließ Gandhi Südafrika und kehrte nach Indien zurück. Obwohl er mit seinem Sanitätsdienst das britische Empire im Ersten Weltkrieg unterstützt hat, blieb er den Kolonialherren gegenüber kritisch.

Als 1919 der Rowland Act beschlossen wurde, der englischen Kolonialisten die sofortigen Rechte gab, verdeckte Widerstandsbewegungen gewaltsam zu unterdrücken, rief Gandhi erneut zu einem passiven Widerstand auf. Ein Tumult brach aus, der 379 Menschen das Leben kostete und in dem über tausend verwundet wurden.

1920 wurde Gandhi der Führer der Indian National Congress-Partei. Jetzt, als prominente und globale Figur, verfolgte er offen das Ziel, Indien aus den Armen seiner englischen Kolonialherren zu befreien. Gandhis Leben war geprägt von Friedlichkeit, Beten, Fasten und Meditationen, und die Anzahl seiner Anhänger stieg täglich. So wuchs schrittchenweise sein Widerstand zur politischen Kampagne. Und so sank allmählich der Einfluss Englands auf Indien.

Im Jahre 1931, nachdem die Engländer schon einige Zugeständnisse gemacht hatten, brach Gandhi die Widerstandsbewegung ab und sagte zu, die Interessen der Indischen Kongresspartei bei den Round Table Conferences in London zu vertreten. Er hoffte, dass er Verbesserungen für sein „Volk“ heraushandeln könne. Aber seine Bemühungen verliefen ohne Erfolg. Innerhalb seiner Anhänger fielen ihm nun einige in den Rücken und behaupteten, er hätte nichts erreicht.

Nachdem er ein zweites Mal an den Konferenzen des Runden Tisches teilgenommen hatte, kehrte er zurück nach Indien und rief erneut öffentlich zu passivem Widerstand auf. Dies führte – nicht zum ersten Mal – zu seiner Verhaftung. Noch in der Haft begann er einen von vielen Hungerstreiks, um gegen seine Inhaftierung und die schlechte Behandlung durch Engländer (gerade gegenüber Indern der ärmeren Klassen) zu demonstrieren.

1934 kündigte Gandhi sein Mandat bei der Congress Party und konzentrierte seine Bemühungen darauf, den ärmeren Gebieten Indiens zu helfen. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verkündete Gandhi, sich in keiner Weise daran zu beteiligen, denn er kämpfe nicht außerhalb für demokratische Freiheit, wenn diese Rechte dem indischen Volk bislang nicht einmal innerpolitisch zugänglich waren.

Als nach dem Krieg die Arbeiterpartei in England an die Macht kam, wurde erstmals ernsthaft über eine Unabhängigkeit Indiens diskutiert. Am 15. August 1947 wurde Indien dann endlich unabhängig. Allerdings wurde das Land geteilt, in Indien und Pakistan. Auch wenn Gandhi diese Trennung nicht guthieß, willigte er dennoch ein, da er glaubte, dass Hindus und Moslems zukünftig friedlich miteinander leben könnten.

Attentat und Vermächtnis

Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi auf dem Weg zu einem Gebetstreffen von Nathuram Godse (einem fanatischem Hindu) erschossen. Er war wegen Gandhis Verhandlungen mit den Muslimen erzürnt.

Gandhis Tod legte ganz Indien in Trauer und 2 Millionen Menschen nahmen an der Beerdigungsprozession durch ganz Delhi teil. Er wurde am Flussbett des Jumna begraben und hinterließ eine Anhängerschaft von weltweit mehreren Millionen Menschen.

Obwohl das alles passierte, zeigte England für mehrere Jahrzehnte keine öffentliche Anerkennung. Erst 67 Jahre nach Gandhis Tod, wurde am 14. März 2015 im Parliament Square in London eine Gandhi Statur enthüllt, um das hundertjährige Jubiläum seiner Rückkehr nach Indien zu ehren. In diesem Jahr begann Gandhi, sich aktiv um die Unabhängigkeit Indiens zu bemühen.

Gandhi war auch für andere ihm folgende Freiheits- und Unabhängigkeitskämpfer ein großes Vorbild, ja eine Institution. Von allem, was über ihn geschrieben wurde, gefällt mir Albert Einsteins Zitat mitunter am besten:

Mahatma Gandhis Lebenswerk ist einzigartig in der Geschichte. Er erfand eine ganz neue und menschliche Bedeutung zur Befreiung eines Landes, das unterdrückt war, und er führte diese Bewegung mit größter Energie und Hingabe. Den moralischen Einfluss, den er auf die mündigen und zivilisierten Menschen der Welt hatte, wird vermutlich länger andauern, als jegliche Kriegsherren das mit ihrer Gewalt könnten. Denn nur, wer als Staatsmann moralisch hochstehend ist und seine Anhänger durch sein eigenes gutes Beispiel und Bildung stärkt, bleibt bestehen. Wir mögen alle dankbar und glücklich sein, dass uns das Schicksal einen so erleuchteten Zeitgenossen schenkte, ein Vorbild für künftige Generationen. Denn diese werden es kaum glauben, dass ein solcher Mann wirklich in Fleisch und Blut auf der Erde weilte.

19. Dezember 2017

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