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Martin Luther King: Gewaltlosigkeit als Antwort auf die dringenden politischen und moralischen Fragen unserer Zeit

von Mirja Holtrop und Paul Anthony Taylor

Jedes Jahr am dritten Montag des Januars feiert die USA Martin Luther King Jr. Day. Der Feiertag würdigt Kings Geburtstag am 15.01.1929. Er war Pastor der baptistischen Gemeinde und Bürgerrechtsaktivist. Während der weltverändernden 50er und 60er Jahre war sein Vorbild Mahatma Gandhi und dessen passiver Widerstand und Gewaltlosigkeit. Kings Leben war stark von dem Mahatma Gandhis inspiriert. Tragisch, im Alter von nur 39 Jahren, wurde King am 4. April 1968 erschossen. Kings Leben und seine Werte sind bis heute eine bereichernde Inspirationsquelle für Millionen von Menschen.

King wurde in Atlanta als Sohn eines Baptistenpriesters geboren. Seine Mutter spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in dieser Kirche. King besuchte eine rassentrennende Schule und absolvierte seinen High-School-Abschluss mit fünfzehn. Seinen Abschluss in Soziologie erhielt er 1948 vom Morehouse College – eine für Farbige zugängliche Bildungsinstitution in Atlanta, auf der auch sein Vater und Großvater studierten. Danach studierte er weitere drei Jahre Theologie beim Crozer Theological Seminary in Pennsylvania und promovierte an der Universität Boston 1955.

Ein geborener Anführer

1954 wurde King Mitglied des Exekutivkomitees der NAACP (National Association for the Advancement of Coloured People), einer Bürgerrechtsorganisation, die 1909 gegründet wurde, um für die Rechte der Farbigen einzustehen. Im Dezember 1955 übernahm er die Führung im sogenannten Bus-Boykott, eine der wichtigsten Kampagnen gegen Rassentrennung seinerzeit in Amerika. Während der 382 Tage, die diese Aktion lief, wurde King mehrfach verhaftet und geschlagen, seine Familie wurde am Telefon bedroht und in seinem Haus explodierten plötzlich Bomben. Diese Erfahrungen änderten vielleicht seine Persönlichkeit, aber brachten ihn nicht von seinem Weg ab.

Am 21.12 1956 dann endlich erklärte dass Hohe Gericht, das die Rassentrennung in Bussen nicht weiter zulässig ist. Von da an durften alle gemeinsam in Bussen fahren, egal welche Hautfarbe sie hatten. King machte mit seinem gewaltlosen Widerstand weiter und seine Beliebtheit wuchs täglich um ein Vielfaches.

1957 wurde er zum Präsident der Southern Christian Leadership Conference gewählt. Diese Organisation war dazu da, die wachsenden Bürgerrechtsbewegungen zu koordinieren und zu managen. Kings Maximen waren hierbei christlich orientiert, seine operationalen Schachzüge lehnte er eng an Gandhis Methoden an.

Wenn du nicht fliegen kannst, dann renne. Wenn du nicht rennen kannst, krieche. Aber was auch immer du machst, sieh zu, dass du vorwärts kommst.” - Martin Luther King Jr.

Als Theologe reflektierte King oft über das Thema der Gewaltlosigkeit. In seinem ersten Buch ‚Stride Towards Freedom’ beschreibt er seine „Pilgerschaft“ zur Gewaltlosigkeit. So wie er es sah, waren „echter Pazifismus“ und „gewaltfreier Widerstand“ eine „mutige Konfrontation des Bösen durch die Kraft der Liebe.“

Wenn man gleichermaßen „moralisch und praktisch“ der Gewaltlosigkeit verpflichtet ist, so glaubte King, dann „wird die christliche Nächstenliebe durch Gandhis Methode der Gewaltlosigkeit“ zu „einer der mächtigsten verfügbaren Waffen für unterdrückte Menschen in ihrem Kampf zur Freiheit.“

Die sechs Prinzipien der Gewaltlosigkeit

Für King basierte Gewaltlosigkeit auf sechs fundamentalen Prinzipien:

  1. Gewaltlosigkeit ist ein Lebensweg für Mutige.
  2. Gewaltlosigkeit strebt danach, Freunde zu gewinnen und Verständnis zu erhalten.
  3. Gewaltlosigkeit strebt danach, Ungerechtigkeit zu bekämpfen, keine Menschen.
  4. Gewaltlosigkeit beinhaltet, dass Leiden lehren und Veränderung herbeiführen kann.
  5. Gewaltlosigkeit wählt Liebe anstatt Hass.
  6. Gewaltlosigkeit glaubt, dass das Universum aufseiten der Gerechtigkeit ist.

King glaubte, dass alle Menschen auf der Erde friedlich miteinander leben könnten. Hunger und Obdachlosigkeit würden nicht toleriert werden, denn international verbindliche, hohe menschliche Werte würden dies nicht erlauben. Er war davon überzeugt, das Rassismus und alle Formen der Diskriminierung, dass Bigotterie und Vorurteile schließlich abgelöst werden von einer allumfassenden menschlichen Brüderlichkeit und dass internationale Konflikte nicht durch Waffen, sondern durch friedliche Verhandlungen gelöst werden können. Bis heute werden seine inspirierenden Lehren im King Center fortgeführt. Es wurde 1968 von seiner Frau Coretta King Scott gegründet und befindet sich in Atlanta, Georgia.

Der Kampf um Bürgerrechte

Nachdem King erfolgreich den Bus-Boykott angeführt hatte, war er von dem Prinzip der Gewaltlosigkeit noch überzeugter. Eine Reise nach Indien 1959 beeinflusste ihn zutiefst und brachte ihm Gandhis Vermächtnis nahe. Er widmete sich nun noch enger den Bürgerrechten – und das nicht nur in den USA, sondern auch international. Die potentielle Zerstörungskraft der modernen Waffen der Welt überzeugte ihn, dass „die Wahl heute nicht mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit liegt, sondern zwischen Gewaltlosigkeit und Untergang.“

Zwischen 1957 und 1968 reiste King über sechs Millionen Meilen und hielt ungefähr 2500 öffentliche Reden. Er war nun längst ein Held für die Afroamerikaner und hatte Millionen Bewunderer jeder Hautfarbe weltweit. Wann immer ein Unrecht geschah, war King da und protestierte.

Es ist stets der richtige Augenblick, um das Richtige zu tun.
– Martin Luther King Jr.

Im April 1963 wurde King verhaftet, nachdem er gegen Rassentrennung und Rassismus in Birmingham, Alabama, protestiert hatte. Dort schrieb er während seiner Haft den „Brief aus einem Gefängnis in Birmingham“ und antwortete dort religiösen Oberhäuptern der Stadt auf deren Kritik an seinem Protestmarsch. Der Text wurde zu einem der wichtigsten in der amerikanischen Bürgerrechtsgeschichte. King beklagt hierin die Untätigkeit der weißen Geistlichen der Stadt und verurteilt ihre Anschuldigung, dass seine gewaltfreien Forderungen diejenigen eines Extremisten seien. „Unterdrückte Menschen können nicht immer unterdrückt bleiben“, schrieb er. „Das Verlangen nach Freiheit wird sich irgendwann manifestieren, und das ist es, was den Schwarzen in Amerika passiert ist. Irgendwas in ihnen drinnen hat sie an ihr Geburtsrecht auf Freiheit erinnert, und etwas außerhalb von ihnen hat sie daran erinnert, dass sie diese zu erringen imstande sind.“

Später, während desselben Jahres, hielt King seine meistbekannte Rede. Am Ende eines Marsches in der Hauptstadt Washington, an dem 250000 Menschen teilnahmen, sprach er sich für bürgerliche und ökonomische Gleichberechtigung für alle Amerikaner aus und proklamierte das Ende des Rassismus in Amerika. Die unter der darin mehrfach wiederkehrenden Wendung „Ich habe einen Traum“ berühmt gewordene Rede ist eine der meistverehrten der englischen Sprache. Das Time Magazine ernannte ihn zum ‚Mann des Jahres’ 1963.

Tod und Vermächtnis

Mit 35 Jahren wurde King als bislang jüngstem Menschen der Friedensnobelpreis verliehen. Das Preisgeld von 54123 Dollar spendete er der Bürgerrechtsbewegung. 1967 erhielt er mehrere Ehrenwürden anerkannter Bildungsinstitute, und King befand sich auf dem Höhepunkt seines Lebens.

Aber am Abend des 4. April nahm die Tragödie ihren Lauf. Als er auf dem Balkon seines Motelzimmers in Memphis, Tennessee, stand und gerade einen Protestmarsch gegen die Ungerechtigkeit und Benachteiligung von streikenden Müllmännern beginnen wollte, wurde King erschossen. Obwohl er sofort notärztlich operiert wurde, kam jede Hilfe zu spät, er starb eine Stunde später. Was folgte, waren die schlimmsten Unruhen in der Bevölkerung seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg.

Erhaltet den Traum am Leben!

Erwähnenswert ist noch, dass King zu seinen Lebzeiten durch die Amerikanischen Behörden ausgiebig bespitzelt wurde, und zwar vom FBI, der CIA und der NSA. Die geheimdienstliche Beobachtung und das Abhören wurde von J. Edgar Hoover angeordnet, der damals Direktor des FBI war, mit dem Ziel, den wachsenden Einfluss Kings auf die Bevölkerung zu stoppen. Hoover musste sich so bedroht gefühlt haben, dass er seinen Mitarbeiter William Sullivan dazu anstiftete, einen anonymen Brief an King zu verfassen, in dem er King tatsächlich dazu aufforderte, sich umzubringen.

Wie uns die heutige Black Lives Matter-Bewegung unverändert vor Augen führt, ist der Kampf um Gleichberechtigung und Bürgerrechte noch immer brandaktuell. Zweifelsohne ist das Leben und das Vermächtnis Martin Luther Kings eine bedeutende Inspiration für alle zukünftigen Generationen.

23. Januar 2017

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