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Keine Ablenkung vom eigentlichen Pharma-Skandal: Medikamente – egal wie teuer – lösen die globale Krise der Gesundheitssysteme nicht!

Martin Shkreli, ein vormaliger Hedge-Fond-Manager, ist heute der Kopf von Turing Pharmaceuticals.

Der Ruf und die Glaubwürdigkeit der Pharmaindustrie sanken in dieser Woche auf ein erneutes Tief, nachdem die Preisanhebung für »Daraprim« (Pyrimethamin) bekannt wurde, einem antiparasitischen Arzneimittel, das die Weltgesundheitsorganisation auf die Liste unentbehrlicher Medikamente gesetzt hat: von ehemals 13,50 Dollar pro Tablette auf jetzt 750 Dollar. Bereits seit den 1950ern auf dem Markt, wurde das Medikament im vergangenen Monat von Turing Pharmaceuticals erworben, einem Start-Up-Unternehmen, das von Martin Shkreli geführt wird, einem vormaligen Hedge-Fond-Manager. Angesicht des sogar von globalen Massenmedien an den Tag gelegten Entsetzens über diesen jüngsten Fall von „Pharma-Gier“ erstaunt umso mehr Shkrelis Versuch, den Preisanstieg von 5000% auch noch als „altruistisch“ zu bezeichnen.

Abgehärteten Beobachtern fällt sofort ins Auge, dass dieser Vorgang geradezu exemplarisch illustriert, weshalb wir in Bezug auf die Pharmaindustrie von dem „Geschäft mit der Krankheit“ sprechen. Durch den Besitz der Rechte und damit die Kontrolle über die Vermarktung synthetischer Verbindungen – hier als „medizinische Wirkstoffe“ bezeichnet – gelingt es den Arzneimittelherstellern, ihre Profite nach Gutdünken selbst zu bestimmen. Indem sie nach unternehmerischen Prinzipien agieren und Teilhaberinteressen verpflichtet sind, befördern sie eine rücksichtslose und zynische Investment-Industrie, die vom Gedanken der Wertsteigerung der Unternehmen angetrieben wird, nicht jedoch von der Maßgabe, die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Für die skrupellosen Magnaten hinter dieser Industrie haben Profite die höchste Priorität, nicht die Interessen von Patienten. 

Indes nehmen die Nachweise für diese unersättliche Gier merklich zu, und auch öffentliche Enthüllungen wie die gegenwärtig laufende tragen zweifellos dazu bei, dass immer mehr Patienten die Augen für die schockierende Wirklichkeit der Pharmabranche geöffnet werden. In einem jüngst veröffentlichten Bericht von PatientView, einer in Großbritannien ansässigen Forschungs-, Verlags- und Beratungsorganisation, bewerteten 76 Patientengruppen die Glaubwürdigkeit von einigen der weltweit führenden Pharmaunternehmen. In einer vernichtenden Anklage des „Geschäfts mit der Krankheit“ stuften Patienten den allgemeinen Ruf der Pharmaindustrie als so niedrig ein, dass er praktisch ins Bodenlose kippt. Keine der Gruppen schätzte diese Industrie als exzellent ein. Die einzige noch geringer bewertete Branche war die der gewinnorientierten Versicherungsgesellschaften.

Nimmt man eine Umfrage von 2013 hinzu, derzufolge die meisten Menschen der Überzeugung sind, die Pharmahersteller sähen die Krebskrankheit zuallererst als eine Gelegenheit, um daraus Geld zu schlagen, anstatt dass sie Interesse daran hätten, diese Erkrankung aus der Welt zu schaffen, so wird klar, dass Patienten in verstärktem Maße die schwerwiegenden und unauflösbaren Interessenskonflikte zwischen der Pharmaindustrie und der öffentlichen Gesundheit erkennen. Gänzlich anders stellt sich diese Situation gleichwohl aus Sichtweise der Pharmamanager dar: Bei ihnen dürfte die Erkenntnis, dass ihr Kartenhaus, welches ihnen mehr als eine Billion Dollar jährlich einträgt, vor dem Zusammenbruch steht, für tief greifende Bestürzung sorgen.

Vor dem Hintergrund unseres Ziels: der weltweiten Umsetzung eines Gesundheitswesens, das auf den wissenschaftlichen Durchbrüchen in den Bereichen der Vitaminforschung und der Zellgesundheit basiert, ist es hingegen bedeutsam, keinesfalls aus den Augen zu verlieren, dass die Lösung der globalen Krise der Gesundheitssysteme schlechterdings nicht darin besteht, niedrigere Preise für Arzneimittel zu verlangen. Insofern kann der jetzige mediale Furor über Turing Pharmaceuticals und Martin Shkreli teilweise als Ablenkungsmanöver aufgefasst werden, mithilfe dessen das Kernproblem, nämlich das Unvermögen pharmaorientierter Gesundheitssysteme, die eigentlichen Ursachen von Krankheiten anzugehen und zu beheben, übertüncht wird. Kurz gesagt besteht das Problem mit den Medikamenten nicht schlicht in ihrem Preis, sondern in ihrer Unwirksamkeit.

Letztlich gelingt es nur durch die breite Aufklärung über die lebensrettenden Durchbrüche der Ernährungsforschung und Zellular Medizin und entsprechend durch die Beseitigung von Mikronährstoffdefiziten, dass ein neues, tatsächlich auf Prävention ausgerichtetes Gesundheitswesen auf unserem Planeten Wirklichkeit wird. Da also die Vertrauenswürdigkeit der Pharmaindustrie nun mehr und mehr in Fetzen geht, ist es für Verteidiger der Vitaminfreiheit allerorts an der Zeit, gemeinsam das Menschenrecht auf eine natürliche, vorbeugende Gesundheitsversorgung umzusetzen.

24. September 2015

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