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Pestizide in Nahrungsmitteln – schockierende neue Daten auf einer Londoner Konferenz vorgestellt

von PAUL ANTHONY TAYLOR

Unlängst fand in London die Konferenz der Königlichen Gesellschaft der Medizin statt. Präsentiert wurden dort erneut schockierende Daten, die offenbaren, dass im Verlauf der letzten vier Jahrzehnte die Anzahl giftiger Substanzen, die den Weg in die Gemüse-Regale britischer Supermärkte finden, bis auf das 17-fache zugenommen hat. Ausgehend von einer Analyse von Pestiziden, die beim Anbau von Weizen, Kartoffeln, Zwiebeln und Porree eingesetzt werden, stehen diese Zahlen im eklatanten Widerspruch zu den Behauptungen seitens der Industrie, wonach sich die Gesamtmenge angeblich seit 1990 halbiert haben solle. Dr. Michael Antoniou vom Londoner King’s College ist Leiter der Forschungsgruppe für Genexpression und -therapie. Sein Kommentar zu den Ergebnissen: „All diese Belege zeigen, dass Sie es vermeiden sollten, mit diesen Pestiziden in Kontakt zu kommen.“ Im Hinblick auf das weltweit wachsende Interesse für ökologische Ansätze der Lebensmittelproduktion fügte er hinzu: „Der EINZIGE Weg, dies zu gewährleisten, ist, sich biologisch zu ernähren.

Besondere Bedenken legte man auf der Konferenz auf den toxischen „Cocktail“-Effekt, der sich ergibt, sobald mehrere Pestizide oder andere synthetische Substanzen gemeinsam in den Körper gelangen. Denn dann, so wird von vielen Forschern vermutet, genügen bereits geringe Einzelmengen, um zur Entwicklung chronischer Krankheiten wie etwa Krebs beizutragen. Dieses Problem im Hinterkopf, hörten die Konferenzteilnehmer, dass die durchschnittliche Anzahl von Chemikalien, mit denen Weizen behandelt wird, seit 1974 von weniger als 2 auf mehr als 20 im Jahr 2014 gestiegen ist; bei Zwiebeln und Porree von weniger als 2 im Jahr 1966 auf über 32 im Jahr 2015; bei Kartoffeln von ungefähr 5 im Jahr 1975 auf über 30 im Jahr 2014.

Daten zum Einsatz von Pestiziden werden vor der Öffentlichkeit verborgen

Peter Melchett ist Geschäftsführer der Soil Association, Großbritanniens wichtigster Bio-Organisation. Sie vergibt das meist verbreitete Gütesiegel ‚Organic Standard’. Auf der Konferenz sagte Melchett in der Betrachtung der Resultate: „Es ist beängstigend, zu erfahren, wie viele Sicherheitsaspekte bei der Anwendung von Pestiziden ununtersucht bleiben, obwohl wir tagtäglich mit ihnen über die Nahrung konfrontiert sind; ein weltweites Versäumnis, das auch für Europa gilt. Die Menschen essen Lebensmittel, welche mit einer komplexen Mischung von Pestiziden besprüht werden, und dennoch liegen keine Unbedenklichkeitstest zu solchen Mischungen vor.“ Melchetts Kommentare spiegeln jene Bedenken wider, die wir selbst vor über einem Jahrzehnt erstmals geäußert haben hinsichtlich der Herangehensweise der sogenannten Codex Alimentarius Kommission zur Wirkung von Pestiziden. Hierbei handelt es sich um ein Gremium, das die internationalen Lebensmittelstandards definiert, Richtlinien und Verfahrensregeln festlegt.

Die auf der Londoner Konferenz diskutierten Daten wurden erhoben von Fera Science Ltd., einer Wissenschaftsorganisation, die vormals die britische Nahrungs- und Umweltforschungsanstalt bildete, also aus einer staatlichen Behörde hervorging. Besorgniserregend ist allerdings die Tatsache, dass die Ergebnisse erst in die Öffentlichkeit gelangten, weil die Soil Association dafür bezahlte, sie aus den historischen Archiven heraus verfügbar zu machen. Man kann sich daher nur fragen, wie lange sie dort, weggeschlossen vor aller Öffentlichkeit, noch überdauert hätten, wäre nicht die Soil Association aktiv geworden, sie zu enthüllen.

Es geht immer wieder um Patente und Profite

By USPTO (United States Patent Office) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

By USPTO (United States Patent Office)
[Public domain], via Wikimedia Commons

Zu verstehen, wer die größten Nutznießer jener Zunahme von Pestiziden im Verlaufe der letzten 40 Jahre sind, ist keineswegs eine geistige Herausforderung. In erster Linie entstammen viele dieser Chemikalien der Produktion der gleichen Pharma- und Biotech-Unternehmen, die darauf aus sind, wissenschaftlich begründete Nahrungsergänzungsmittel zu verbieten und uns genmanipulierte Nahrungsmittel auf den Teller zu nötigen. Und ebenso wie bei den Medikamenten und dem Gen-Saatgut ist der eigentliche Grund für das Vorhandensein solcher Chemikalien die simple Tatsache, dass sie patentiert werden können. Dieses Prinzip gestattet es Unternehmen, weltweite Kontrolle über Multimilliarden Dollar schwere Märkte auszuüben, denn ein Patent auf eine chemische Substanz läuft auf eine Lizenz zum Gelddrucken hinaus. So und nicht anders werden die immensen Profite generiert.

Die starke Zunahme und Verbreitung der Chemikalien im Rahmen der Nahrungsmittelproduktion könnte sich somit aus Sicht der Hersteller in doppelter Münze auszahlen, da zugleich der Absatz von patentgeschützten Medikamenten gefördert wird, die zur Behandlung der entstehenden Krankheiten schon bereitliegen. In dieser Beziehung lohnt sich ein Blick auf die Liste der Vollmitglieder des britischen Verbands der Chemieindustrie. Das ist die Organisation, die die Chemie- und Pharmaunternehmen in Großbritannien repräsentiert und berät. Schon ein kurzer Blick darauf verrät, wie nahe sich diese beiden Industrien mit ihren Partnern aus der Branche der Biotech-Unternehmen sowie der petrochemischen Industrie stehen.

Die in London vorgestellten Ergebnisse bekräftigen ein weiteres Mal, dass die Argumente, die für eine biologische Lebensmittelproduktion sprechen, unabweislich sind. Aber angesichts einer chemischen Industrie, deren weltweiter Jahreserlös sich derzeit auf 4,1 Billionen US-Dollar (3,5 Billionen Euro) beläuft, erfordert das Erreichen unseres Ziels Nahrung für alle, dass wir gemeinsam die finanziellen Interessen aufdecken, die den Einsatz patentierbarer Chemikalien weiter aufrechterhalten und mithin die Vergiftung unserer Nahrungsmittel wissentlich in Kauf nehmen wollen. Die Interessen der Menschen höher anzusetzen als die Gier nach Profit, ist nicht bloß der sozialen Gerechtigkeit geschuldet, sondern es geschieht auch zugunsten einer gesünderen Welt.

28. November 2017

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