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Professor der Stanford Universität sieht Zusammenbruch des Öl-Kartells näher rücken

von PAUL ANTHONY TAYLOR

Die Voraussagen eines neuen, wegweisenden Berichts lassen die großen Erdölproduzenten weltweit erzittern. Bereits in weniger als 8 Jahren werde jedes neu produzierte Fahrzeug elektrisch betrieben sein, heißt es in dem Report. Verfasser ist der Wirtschaftsprofessor Tony Seba von der Stanford Universität. Angekündigt wird ein Absturz der Kraftstoffpreise und verbunden damit ein Kollaps bei der Erdölindustrie. Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen umsteigen werden vom Besitz eines eigenen Autos auf ein nach Bedarf genutztes, selbstfahrendes Elektrofahrzeug. „Wir befinden uns am Scheitelpunkt einer der rasantesten, tiefgreifendsten, folgenreichsten Umbrüche in der Geschichte des Verkehrswesens“, urteilt Seba und prognostiziert das Ende einer mehr als hundertjährigen Phase des Individualbesitztums eines eigenen Fahrzeugs, welche derzeit abgelöst wird von der globalen Neugestaltung der Energiewirtschaft.

Von Ludovic Hirlimann [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Autohersteller herkömmlich betriebener Verbrennungsfahrzeuge sehen einer existenziellen Krise entgegen. Alles in allem stehen sie vor der Entscheidung, entweder auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umzusteigen (was in einen ruinösen Verdrängungswettbewerb münden wird), oder sie erfinden sich neu als Dienstleistungsunternehmen und bieten ihren Kunden selbstfahrende Autos auf deren Bedarf hin an. Andernfalls werden sie ihr Geschäft verlieren. Für das Jahr 2030 rechnet Seba damit, dass in den USA 95 Prozent der zurückgelegten Distanzen auf gemeinsam genutzte, führerlose Elektrofahrzeuge entfallen. Weltweit betrachtet, werden die Auswirkungen dieser Entwicklung noch weitreichender sein.

Wirtschaftliche Begleiterscheinungen

Volvo driverless car

Selbstfahrende Autos sind die Zukunft!
Von DimiTVP (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Aufgrund des Wechsels vom individuellen Besitz und Unterhalt eines Autos hin zum je nach Bedarf in Anspruch genommenen, autonom fahrenden Elektrofahrzeug, wären amerikanische Haushalte in der Lage, jährlich 5600 Dollar einzusparen, sagt der Bericht. Dies entspräche einem Lohnanstieg um 10 Prozent und sei deshalb für viele Menschen der Anstoß, die Nutzung ihres Autos radikal zu überdenken.

Der Bericht geht davon aus, dass im Jahr 2021 das Mieten selbstfahrender Elektroautos vier- bis zehnmal preiswerter pro zurückgelegter Meile sein wird als die Neuanschaffung eines Autos. Gegenüber dem Unterhalt eines bereits vorhandenen Pkws seien die Kosten zwei- bis viermal günstiger. Bezieht man die Werbeerlöse und andere Gewinne mit ein, so ergäbe sich sogar die Chance, dass der Transport künftig kostenfrei werde.

Wegen des verstärkten Wechselns der Menschen vom Pkw-Halter zum bedarfsweisen Nutzer sinkt die Nachfrage nach Neufahrzeugen drastisch. Zudem wird die Zahl von Autos auf den Straßen dramatisch abnehmen. Geschäftszweige wie etwa der Handel mit Fahrzeugen werden nahezu völlig verschwinden. Von diesem Wandel betroffen sein werden sämtliche Fahrzeugtypen und jegliche Arten der Nutzung, egal ob man sein Kind täglich mit dem Auto in die Schule bringt oder ob das Auto der Beförderung von Gütern über Land dient. Die Lebenszeit von Elektrofahrzeugen könnte mehr als eine halbe Million Meilen überschreiten, möglicherweise sogar eine Million Meilen betragen. Zu den größten Profiteuren dieser grundlegenden Veränderung unseres Verkehrswesens würden die Hersteller der Software gehören, mit der die neuen Elektrofahrzeuge betrieben werden. Autos würden fortan zu Computern auf Rädern.

Mit Voranschreiten dieser Revolution erwartet der Bericht, dass eine überwältigende Zahl von Menschen den Besitz eines eigenen Autos aufgibt und sich stattdessen für einen Zugang je nach Bedarf entscheidet. Da die Anzahl unverkäuflicher Altfahrzeuge schließlich unüberschaubar werde, könne es sein, dass die Halter dann sogar für die Abschaffung zahlen müssten. Doch so oder so – der Bericht schätzt, dass noch vor dem Jahr 2040 jegliche Verbrennungsmotoren letztlich aus den Fahrzeugen verschwinden werden. Weil schon zuvor deren Zahl deutlich abnehmen wird, reduziere sich auch die Inanspruchnahme herkömmlicher Zapfsäulen und die Dichte von Tankstellen gehe zurück. Wenn diese Entwicklung eintritt, gerät das Öl-Kartell in die Krise.

Geopolitische Auswirkungen

Brennendes Ölfeld während des Golfkriegs (1990-1991) in Kuwait. Kriege ums Öl werden letztlich der Vergangenheit angehören.
Von Jonas Jordan, United States Army Corps of Engineers [Public domain], via Wikimedia Commons

Mit dem zunehmenden Umstieg auf Elektromobilität schrumpft auch die geopolitische Bedeutung von Erdöl erheblich. Tatsächlich sei es möglich, dass infolge der Geschwindigkeit und des Ausmaßes, mit denen sich der Zusammenbruch der Öl-Einnahmen vollzieht, es zu einer politischen Destabilisierung in den Ölförderländern kommen könne. Je gewichtiger der Anteil des Ölgeschäfts an der Industrie eines Landes ist, desto höher sei das Risiko der Destabilisierung. Sobald Erdölförderländer diese Effekte zu spüren bekämen, sei die Reaktion sehr wahrscheinlich, dass diese die Fördermengen senkten, um in einem verzweifelten Versuch die Preise und Gewinne aufrechtzuerhalten. Letztlich wird dieses Verhalten jedoch zum Scheitern verurteilt sein.

Außerdem erwartet der Bericht, dass die Energiesicherheit eine weitaus geringere Bedeutung der amerikanischen Außenpolitik und Militärstrategie einnimmt. Kriege ums Öl werden endlich der Vergangenheit angehören – eine Aussicht, die ganz sicher überall auf der Welt für Erleichterung sorgt.

Für eine bessere Welt

Der Boom von Elektroautos und der damit verbundene Niedergang des Öl-Kartells bedeutet sowohl Vorteil wie Herausforderung. Ähnlich wie sich in der medizinischen Praxis derzeit wissenschaftlich begründete Naturheilverfahren durchsetzen und unweigerlich den Niedergang des investmentorientierten Ansatzes der Pharmaindustrie herbeiführen, weil sie der Vermarktung patentgeschützter, synthetischer Medikamente den Boden entziehen, so stellen auf dem Gebiet des Energiewesens und der Mobilität die Elektrofahrzeuge ein eindrückliches Beispiel dafür dar, wie wissenschaftlicher Fortschritt überkommene Technologien ablöst und den Weg in eine bessere Zukunft bahnt.

Die wahrscheinlich größte Gefahr liegt auf Seiten der Politiker, die – wie im Bereich der Gesundheit – entweder beschleunigend oder verzögernd auf die atemberaubenden Veränderungen einwirken können. Aber angesichts des eindeutigen Nutzens für die Umwelt sowie der klaren wirtschaftlichen und sozialen Vorteile, würden jegliche Länder beim Versuch, die Einführung der neuen Transporttechnologien zu verzögern, zu lächerlichen Nachzüglern abgestempelt werden; geradezu, als hingen sie im 21. Jahrhundert noch immer auf dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand von Pferdefuhrwerken fest.

Der Bericht von Professor Tony Seba führt uns vor Augen: Eine bessere Welt liegt unmittelbar vor uns. Alles was wir tun müssen, um jenen saubereren, gesünderen und friedlicheren Planeten zu verwirklichen, ist, gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen.

23. Mai 2017

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