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Dr. Matthias Rath
2. Januar 2007
David Remnick, Herausgeber
The New Yorker
Es ist nun das zweite Mal in einer Woche, dass ich mich an Sie als Chefredakteur des Magazins “The New Yorker” wenden muss. Auf Grund des ernsten Themas – der Bekämpfung der AIDS-Epidemie – sollte der gesamte Schriftverkehr offiziell dokumentiert werden. Deshalb behandle ich dieses Schreiben ebenso wie mein letztes an Sie als Offenen Brief. Dieser Brief wird – zusammen mit anderen – auf der Website unserer Stiftung veröffentlicht.
Der Zweck eines Offenen Briefs ist, dass sein Inhalt von jedem Laien gelesen und verfolgt werden kann, der sich für das behandelte Thema interessiert. Deshalb ist es hilfreich, den Inhalt in einer bestimmten und leicht verständlichen Weise zu präsentieren.
Die Glaubwürdigkeit des “The New Yorker” steht auf dem Spiel
“The New Yorker” ist im Begriff, wieder einmal journalistische Geschichte zu schreiben. Nur leider wird es dieses Mal nicht unbedingt zu Gunsten seiner eigenen Glaubwürdigkeit sein. Eher im Gegenteil, denn das, was wir mit Herrn Specters Artikel vor uns haben, könnte sich als journalistischer Betrug entpuppen.
Die Ausführungen, die in dem von Herrn Specter verfassten Artikel enthalten sind und mir am 28. Dezember 2006 von seinem „Fakten-Prüfer“ zugeschickt wurden, lassen wenig Zweifel daran, dass dieser Artikel einen falschen Inhalt haben und diffamierend sein wird. Noch viel schlimmer ist, dass nach Veröffentlichung des Artikels die darin enthaltenen offenkundigen Desinformationen den Lesern von „The New Yorker”, die von AIDS betroffen sind, einen nicht wieder gut zu machenden körperlichen Schaden zufügen können.
AIDS ist eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit und die Medien tragen eine besondere Verantwortung für eine objektive Berichterstattung über die wissenschaftlichen Fakten. In dieser Situation hat „The New Yorker” die Chance, zur Kontrolle der AIDS-Epidemie beizutragen, in dem er das lebensrettende Grundlagenwissen der Biologie über die Rolle von Mikronährstoffen zur Stärkung des Immunsystems und Bekämpfung von Immunschwächekrankheiten verbreitet. Michael Specters vorgesehener Beitrag könnte genau das Gegenteil erreichen.
Michael Specters vorgesehener Artikel würde Ihre Leser falsch informieren.
Die Ausführungen, die mir von Michael Specters Fakten-Prüfer zugesandt wurden, erwecken bei mir den Verdacht, dass dieser Artikel vielleicht geschrieben wurde, um den Multi-Milliarden-Dollar-Markt der toxischen ARV’s im Namen der Pharma-Industrie länger zu erhalten.
Michael Specter muss wissen, dass dieser Multi-Milliarden-Dollar-Markt mit toxischen Chemo-Präparaten, der auf Millionen von unwissenden AIDS-Patienten abzielt, in dem Moment zusammenbrechen wird, in dem wissenschaftlich fundierte, effektive und sichere Alternativen für die Kontrolle von AIDS verfügbar werden. Außerdem sollte Herr Specter aus der Lektüre eines beliebigen Lehrbuchs der Biologie oder Biochemie bereits gelernt haben, welche essentielle Rolle Mikronährstoffe bei der Prävention oder Bekämpfung von Immunschwächekrankheiten, einschließlich AIDS, spielen.
Wenn meine Sorge berechtigt ist, wird Michael Specters Artikel in erster Linie den Interessen des Investment-Geschäfts der Pharma-Industrie dienen. Um dies zu vermeiden, muss Michael Specter sehr vorsichtig sein, die Fakten nicht zu verdrehen, seine Leser nicht falsch zu informieren oder die Fakten sogar auf den Kopf zu stellen. Sein Artikel scheint mich, Dr. Rath, zum Beispiel als einen “deutschen Unternehmer“ zu porträtieren, der „Millionen mit dem Verkauf gefährlicher Vitamine verdient hat”. Die Tatsachen aber belegen das Gegenteil: Ich bin ein Wissenschaftler, der lediglich das Grundwissen der Biologie – das von Tausenden von Wissenschaftlern, u.a. auch Nobelpreisträgern, über Jahrzehnte zusammengetragen wurde – erfolgreich für die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS anwendet.
Tatsache ist auch, dass im Gegensatz zu den viel kritisierten Profitmotiven des milliardenschweren Investment-Geschäfts der Pharma-Industrie alle Gewinne aus unseren Aktivitäten für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden. 100% der Organisationen, die meinen Namen tragen, gehören einer gemeinnützigen Stiftung an. Dies sind alles veröffentlichte Fakten, die von der Handelskammer und auf jeder unserer Websites dokumentiert sind. Jede andere öffentliche Darstellung oder Behauptung stellt eine böswillige Verdrehung der Wahrheit dar und liefert die rechtliche Grundlage für eine gerichtliche Auseinandersetzung.
Über die möglichen Motive, die Herrn Specter dazu bewegen, einen solchen Artikel zu verfassen, kann man nur spekulieren. Neben den offensichtlichen Vorteilen, die dem Pharma-Geschäft durch die Veröffentlichung eines solchen Artikels direkt entstehen, kann es noch eine andere Erklärung geben. Einer der jüngsten Gesprächspartner von Herrn Specter war Bill Gates, dessen milliardenschwere Stiftung „strategische Investitionen“ in die Pharma-Industrie getätigt hat. Wir haben Herrn Gates und seine Stiftung dafür kritisiert, dass er diese Tatsache verschleiert, wenn er gleichzeitig globale Kampagnen zur Vermarktung toxischer ARV’s unter dem Vorwand unterstützt, den Armen zu dienen.
Der Journalist Michael Specter täuscht unter Umständen sogar seinen Herausgeber
Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass die von Herrn Specter Ihnen – seinem Herausgeber – gegenüber hervorgebrachten Beteuerungen bezüglich der verschiedenen Anstrengungen, die er angeblich unternommen habe, um mich zu kontaktieren, ebenso falsch sind.
Am 29. Dezember 2006 schrieb Michael Specter einen Brief an meinen Rechtsanwalt Herrn Griffith, in dem er eine lange Liste von Maßnahmen aufführt, die er angeblich unternommen habe, wie z.B. ein Interview mit einem “Office Manager” unserer Stiftung in Cape Town. Sie haben wahrscheinlich eine Kopie dieses Briefes erhalten. Keine von Herrn Specters Behauptungen ist wahr.
Mein Eindruck ist, dass die gemachten Darstellungen und der von Michael Specter verfasste Brief vom 29. Dezember 2006 in erster Linie an Sie, den Herausgeber von “The New Yorker” gerichtet waren, um auf die Bedenken der Chefredaktion bezüglich möglicher Verstöße gegen die wichtigsten Strategien Ihres Magazins für eine genaue und tatsachenorientierte Hintergrundrecherche zu antworten.
Die mögliche Täuschung von Michael Specter
Während seiner Recherchen schien Herr Specter eine auffällig voreingenommene Ansicht zu Gunsten der giftigen ARV’s der Pharma-Industrie als einziger „Lösung“ für die AIDS-Epidemie zu vertreten. Nirgendwo in der Welt sind ARV’s aber als „Heilmittel“ für AIDS registriert.
Im Unterschied dazu hat die biologische Wissenschaft seit Jahrzehnten belegt, dass Naturheilverfahren zur Stärkung des Immunsystems von Patienten beitragen können, die an Immunschwäche leiden. Der einzige Grund, warum dieses Wissen in der Medizin heute nicht genutzt wird, ist die Tatsache, dass Mikronährstoffe natürliche und nicht patentierbare Substanzen sind. Diese Tatsache lässt jegliches Interesse seitens des Investment-Geschäfts der Pharma-Industrie erlöschen, dessen Investitions-Gewinn in erster Linie von den Erlösen aus den Lizenzgebühren für patentierte Arzneimittel abhängt. Wir dagegen bemühen uns darum, das Grundwissen der Biologie dafür zu nutzen, Menschen mit AIDS zu helfen. Seit Monaten hat Herr Specter keinen ernsthaften Versuch unternommen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Hatte er Angst vor einem offenen Dialog mit mir oder einem anderen Biologen, der die offenkundigen Gesundheitsvorteile von Mikronährstoffen im Kampf gegen AIDS bestätigen könnte?
Dann, nur 10 Tage vor dem Veröffentlichungsdatum dieses Artikels – und zwei Tage vor den Weihnachtsfeiertagen – schickt Michael Specter einen „Fakten-Prüfer” aus, um bei seinen Chefredakteuren den Eindruck zu erwecken, er habe die Faktenprüfungsstrategie des „The New Yorker” eingehalten.
Für mich ist das ein durchsichtiger Trick: Man schreibt einen diffamierenden Artikel über die Arbeit unserer Stiftung in Afrika, vermeidet bewusst ein offenes Gespräch und den Austausch von Fakten mit mir, und setzt mich dann in letzter Minute in einer Weise unter Druck, die den Begriff „Fakten-Prüfung“ nur noch lächerlich erscheinen lässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die Politik eines so angesehenen Magazins wie dem Ihren sein soll.
Als ich die erste Anfrage von Herrn Specters Fakten-Prüfer Michael Peed erhielt, war mir die Situation sofort klar. Anstatt mich auf ein „informelles” Telefongespräch mit einem so genannten „Fakten-Prüfer” einzulassen, reagierte ich auf die für mich einzig vernünftige Weise. Ich machte mir die Mühe, einen 10 Seiten langen, ausführlichen Brief direkt an den verantwortlichen Herausgeber zu schreiben, in dem ich meine Position zu dem wichtigen Thema AIDS ausführlich darlegte. Sie waren so freundlich, den Empfang dieses Schreibens vom 28. Dezember 2006 zu bestätigen.
Die hektische Reaktion auf mein Schreiben sowohl von Herrn Peed als auch von Herrn Specter bestätigte meinen Verdacht. Am selben Tag schickt Herr Specters „Fakten-Prüfer” Michael Peed eine „Liste von Ausführungen” mit dem diffamierendsten Inhalt, den ich seit langem gesehen habe. Eine ausführliche Antwort auf diese Liste ist als Anhang beigefügt.
Mit wenigen Ausnahmen sind alle Ausführungen, die Specter in seinem Artikel über mich und die Arbeit unserer Stiftung macht, unwahr. Einige von Specters geplanten Ausführungen sind sogar als bösartig zu bezeichnen. Wenn dieser Artikel veröffentlicht wird, bilden diese Ausführungen ganz klar die rechtliche Grundlage für eine gerichtliche Auseinandersetzung.
Ich denke, dass Sie als Herausgeber und die Chefredaktion des „The New Yorker” die Argumente in diesem Brief und im Anhang sorgfältig prüfen werden, bevor Sie Ihre Entscheidung über die Veröffentlichung des von Michael Specter verfassten Artikels treffen.
Die rechtlichen Implikationen für „The New Yorker” in Verbindung mit dem geplanten Artikel
Ich halte es für meine Verantwortung, Sie als den Herausgeber und auch Ihre Rechtsabteilung und die Eigentümer von „The New Yorker” über die rechtlichen Implikationen der Veröffentlichung des geplanten Artikels von Michael Specter zu informieren. Die wichtigsten rechtlichen Risiken sind wie folgt:
1. Durch die Veröffentlichung unwahrer, irreführender und unvollständiger Ausführungen über die Rolle von Mikronährstoffen bei der Bekämpfung von Immunerkrankungen, wie z.B. AIDS, untergräbt „The New Yorker” seine Glaubwürdigkeit, indem er 80 Jahre biologischer Wissenschaft über die zentrale Rolle von Mikronährstoffen in der Bekämpfung von Immunerkrankungen und die jüngsten Forschungsfortschritte auf diesem Gebiet leugnet. Das erste Lehrbuch der Biologie, das man in einem amerikanischen Gerichtssaal aufschlägt, wird jeden Versuch, diese wissenschaftlichen Tatsachen in Frage zu stellen, sofort zunichte machen, und die Glaubwürdigkeit Ihres Magazins wird schwer unter einem solchen Vorgehen leiden.
2. Wenn Sie einen Artikel veröffentlichen, der gegenüber wissenschaftlichen Tatsachen voreingenommen ist, betrügen Sie Millionen von Lesern – und darunter auch Tausende von Patienten mit AIDS. Diese Leser werden „The New Yorker” für mögliche gesundheitliche Schäden und Todesfälle verantwortlich machen, die die Veröffentlichung eines solches Artikels zur Folge haben kann.
3. Und es besteht die Möglichkeit einer Haftung für Diffamierung und einer Klage in Verbindung mit falschen Ausführungen, die über meine Arbeit als Wissenschaftler oder die Arbeit unserer Stiftung veröffentlicht werden.
Fakten über die Geschichte des Pharma-Geschäfts mit AIDS
Ich möchte einen besonders ironischen Aspekt des Artikels hervorheben, der sich scheinbar dem Thema widmet, die Öffentlichkeit vor einem „deutschen Unternehmer” und Arzt – Dr. Rath – schützen zu müssen, der angeblich „illegale Experimente durchführt, ähnlich wie sie in den Konzentrationslagern des 2. Weltkriegs von deutschen Ärzten“ vorgenommen wurden. Wenn das der Fall ein sollte, würde das die Tatsachen zu diesem höchst schwerwiegenden Thema auf den Kopf stellen.
Fakt ist, dass die unmenschlichen medizinischen Experimente an Tausenden von Gefangenen in Konzentrationslagern nicht in der freiwilligen Verteilung von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln bestanden. Aufzeichnungen aus den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen von 1948 belegen eindeutig, dass diese inhumanen Experimente unter anderem mit „patentierten Chemotherapeutika“im Auftrag des IG Farben-Kartells durchgeführt wurden. Dieses Kartell wurde von den Pharma-Unternehmen Bayer, Hoechst und BASF gegründet.
Das IG Farben-Kartell war einer der Hauptsponsoren bei der Machtergreifung der Nazis. Dieses Kartell finanzierte auch den Bau des Konzentrationslagers in Auschwitz und war Nutznießer der dort ausgeführten Sklavenarbeit und „medizinischen Experimente“.
Im Zusammenhang mit der fraglichen Anwendung von giftigen ARV’s bei AIDS-Patienten heute ist es interessant, dass die Präparate, die in den Lagern von Auschwitz und Buchenwald „getestet” wurden, Wirkstoffe für spezifische „Virusforschungen” und „Chemotherapie“ umfassten. Mit anderen Worten: Die Ursprünge der heutigen antiviralen chemotherapeutischen Präparate und ARV’s gehen auf diese Todeslager zurück.
Zusammenfassung
Ich rechne es den Herausgebern von „The New Yorker” als Verdienst an, dass Ihr Magazin eine tadellose Politik der Überprüfung von Fakten betreibt. Außerdem vertraue ich darauf, dass die Chefredaktion des New Yorker die richtige Entscheidung im Hinblick auf die Veröffentlichung des Artikels über AIDS und dessen Behandlung mit ARV’s trifft.
So mühsam die Überprüfung aller dieser Fakten auch sein mag und so viele Unzulänglichkeiten Ihrer Journalisten und Fakten-Prüfer ans Tageslicht kommen mögen, denke ich doch, dass der offene Dialog, für den ich mich bei der direkten Kommunikation mit der Chefredaktion entschieden habe, einen wesentlich größeren Schaden bei der Leserschaft von „The New Yorker“ und für die Glaubwürdigkeit Ihrer Zeitschrift abwenden wird.
Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Matthias Rath
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