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Dr. Matthias Rath

18. Januar 2007

David Remnick, Herausgeber
The New Yorker

 
Sehr geehrter Herr Remnick,

ich habe festgestellt, dass Sie die Veröffentlichung des Artikels von Michael Specter über die AIDS-Krise in Südafrika verschoben oder sich gegen die Veröffentlichung des Artikels entschieden haben.

Ich vermute, diese Entscheidung ist angesichts meiner vorausgegangenen Offenen Briefe gefallen, in denen ich die wissenschaftlichen Fakten über die Bekämpfung von AIDS und die Art der Arbeit unserer Stiftung in Südafrika dargelegt habe.

Nach meiner Intervention und meinen Einwänden bezüglich der Ungenauigkeiten und irreführenden Art der „Liste von Ausführungen”, die in Verbindung mit dem vorgeschlagenen Artikel für das Magazin „The New Yorker” an mich geschickt wurde, sehe ich zwei Möglichkeiten:

a) Entweder war der Fokus des geplanten Artikels die AIDS-Krise in Südafrika. In diesem Fall hätten Sie einfach die Ausführungen, gegen die Einwand erhoben wurde, herausnehmen können, indem Sie einige Zeilen gestrichen hätten, und den Artikel dennoch veröffentlichen können. Ihre Leserschaft hätte dann den Nutzen objektiver Informationen gehabt.

b) Oder der geplante Artikel von Michael Specter im „The New Yorker“ zielte darauf ab, unsere Forschungen über die Rolle wissenschaftlich fundierter Mikronährstoffe zur Bekämpfung von AIDS in Misskredit zu bringen und die Regierung Südafrikas dafür anzugreifen, dass sie diese wirksame, sichere und kostengünstige Behandlungsmöglichkeit nutzt. In diesem Fall hätten sich meine Einwände gegen die diffamierende Kernaussage des Artikels gerichtet.

Ihre Entscheidung, die Veröffentlichung des Artikels zu verschieben oder Michael Specters Artikel nicht zu veröffentlichen, legt die Vermutung nahe, dass die Realität eher der zweiten Möglichkeit entspricht. Wenn das der Fall ist, dann wirft die Tatsache, dass Ihr Magazin anscheinend so nahe vor der Veröffentlichung eines diffamierenden und falschen Berichts über meine Arbeit stand, die Frage nach der journalistischen Glaubwürdigkeit des Autors dieses Artikels, Michael Specter, auf und nach der Genauigkeit seiner Fakten-Prüfung und seiner angeblichen Bemühungen, mit mir Kontakt aufzunehmen, um die Fakten zu verifizieren.

In jedem Fall untermauern der geplante Artikel von Herrn Specter und die Anfragen seitens Ihres Magazins die Bedeutung und Notwendigkeit einer öffentlichen Debatte über diese Fragen. Die öffentliche Debatte dreht sich nicht um Dr. Rath oder „The New Yorker”. Die Debatte dreht sich vielmehr um die Gesundheit und das Leben von Millionen von AIDS-Kranken in den USA, in Afrika und auf der ganzen Welt. Es geht um die skrupellose Strategie der Pharma-Interessen, die anstatt die AIDS-Epidemie zu bekämpfen, diese als expandierenden Markt für ihre hochgiftigen antiretroviralen Medikamente nutzen.

Diese öffentliche Debatte dreht sich um die wissenschaftliche Tatsache, dass Mikronährstoffe seit Jahrzehnten als effektive Behandlung für die Bekämpfung von Immunerkrankungen zur Verfügung stehen.

Bei der notwendigen öffentlichen Debatte geht es um die Tatsache, dass diese lebensrettenden Mikronährstoffe verdrängt, verbannt, in Misskredit gebracht und schließlich Millionen von Patienten vorenthalten wurden, die an Immunschwächeerkrankungen leiden. Und das nur aus einem einzigen Grund: Diese Nährstoffe sind nicht patentierbar und deshalb können damit nicht die Investitionsgewinne erzielt werden, die mit patentierbaren ARV’s möglich sind.

Bei dieser öffentlichen Debatte geht es auch um die Verantwortung der Medien – und dazu gehört auch Ihr Magazin – für Objektivität – und somit auch um die grundlegende Glaubwürdigkeit der Medien.

Und es geht in dieser Debatte darum, dass die Herausgeber solcher Printmedien eine Strategie der „Nicht-Toleranz” gegenüber Journalisten einführen, die diese Kriterien nicht erfüllen.

In diesem Zusammenhang und in dem Umfang, wie Sie weiterhin beabsichtigen, eine überarbeitete Fassung des Artikels von Herrn Specter zu veröffentlichen, schlage ich vor, dass Sie sich mit folgenden Punkten und Fragen auseinander setzen:

  • Wer hat ein wirtschaftliches Interesse daran, wissenschaftlich fundierte Naturheilverfahren zur Bekämpfung der AIDS-Epidemie in Misskredit zu bringen?
  • Welche Auswirkungen hat die Tatsache, dass diese natürlichen, nicht patentierbaren Behandlungsansätze das milliardenschwere Investment-Geschäft der Pharma-Industrie bedrohen, das nur floriert, solange die AIDS-Epidemie anhält und sich ausweitet?
  • Welche Tatsachen, „Quellen” oder andere Informationen bildeten die Grundlage für die falsche „Liste von Ausführungen”, die Herr Specter anscheinend zu veröffentlichen beabsichtigte, bevor er meine Offenen Briefe an „The New Yorker“ erhielt?
  • Waren diese Quellen in irgendeiner Weise mit der Pharma-Industrie verknüpft oder von dieser beeinflusst?
  • Zielte Ihr Artikel darauf ab, noch weiteren Parteien, außer dem „Pharma-Geschäft mit der Krankheit“, zu dienen?
  • Eine der Geschäftspraktiken, die auf unseren Websites entlarvt wird, ist die Täuschung der (Bill und Melinda) “Gates Foundation” – einer gemeinnützigen Stiftung, die in aller Welt für Pharma-Präparate wirbt und gleichzeitig in großem Umfang gerade in die Pharma-Unternehmen investiert, die diese Präparate vertreiben.
  • Die „Los Angeles Times” hat vor kurzem in ihrer Sonntagsausgabe vom 7. Januar 2007 unsere schwerwiegende Kritik an der „Gates Foundation” bestätigt. Wird Ihr Magazin als „investigatives Magazin“ eine verantwortungsbewusste Untersuchung der in diesem Artikel dargelegten Fakten in Verbindung mit der Veröffentlichung eines Artikels zum Thema AIDS vornehmen?
  • Michael Specter schrieb vor kurzem selbst einen recherchierten Artikel über die „Gates Foundation” für „The New Yorker”. Wie weit sind Herrn Specters Nachforschungen zu diesem Artikel gegangen? Waren seine Quellen bei der „Gates Foundation” rückblickend ausweichend oder sogar unehrlich, um diese Fakten zu verschleiern?
  • Warum hat Herr Specter seinen Artikel nicht weiter verfolgt und über das „AIDS-Spektakel” in Toronto im August 2006 berichtet, bei dem die „Gates Foundation” ein Hauptsponsor und – interessanterweise – Bill Gates ein „Hauptredner” war?
  • Wäre es für Ihre Leser – und für alle Bürger von New York – nicht von Interesse, dass Gates und seine Co-Sponsoren gerade durch dieses „AIDS-Spektakel” in Toronto anscheinend versuchten, die Entscheidungen der World Health Assembly der Vereinten Nationen, des höchsten Entscheidungsgremiums der UN/WHO in Bezug auf Fragen der Weltgesundheit vor weniger als 3 Monaten außer Kraft zu setzen?
  • Wäre es für Ihre Leser nicht wichtig zu wissen, dass diese WHO-Konferenz im Jahr 2006 von Repräsentanten von 192 UN-Mitgliedstaaten besucht wurde, darunter auch Gesundheitsminister aus Dutzenden von Ländern, und dass diese Weltbehörde spezielle Empfehlungen für die Aufnahme von Ernährungsinterventionen und Mikronährstoffen in den globalen Kampf gegen AIDS ausgesprochen hat?
  • Ihre Leser wären ebenso daran interessiert zu erfahren, dass seine königliche Hoheit Prinz Charles eingeladen war, den Hauptvortrag auf dieser WHO-Konferenz, der Versammlung mit der größten Autorität im Gesundheitsbereich auf diesem Planeten, zu halten. Und dass Prinz Charles in dieser Ansprache am 20. Mai 2006 den Regierungsfunktionären und Gesundheitsbeauftragten der gesamten Welt über die Fortschritte bei wissenschaftlich fundierten Naturheilverfahren berichtete und sie dringend dazu aufrief, eine gesunde Ernährung und Naturheilverfahren in die Bekämpfung der heutigen weltweiten Erkrankungen einzubeziehen!
  • Wären die Leser von “The New Yorker” angesichts dieser Fakten nicht sehr an der Tatsache interessiert, dass die “Gates Foundation” nur knapp 3 Monate nach der WHO Konferenz das “AIDS-Spektakel” in Toronto mitfinanzierte und die Reise- und Unterbringungskosten für 24.000 „Teilnehmer” und der Lobbyisten für antiretrovirale Medikamente übernahm? Auch wenn das „AIDS-Spektakel“ von einer unter dem Deckmantel einer gemeinnützigen „Mutter Teresa“-Organisation agierenden Stiftung mitfinanziert wurde, darf man nicht vergessen, dass die “Gates Foundation” Beteiligungen von mehreren Milliarden Dollar an Pharma-Unternehmen hat.
  • War in Anbetracht dieser Tatsachen der eigentliche Zweck des “AIDS-Spektakels” von Toronto im August 2006 – bei dem Bill Gates in der Rolle eines globalen Gesundheitspolitikberaters auftrat – nicht die Werbung für giftige ARV’s in allen Entwicklungsländern und der direkte Angriff auf alle Regierungen, die beschlossen, sich vom Joch des Pharma-Kolonialismus zu befreien?
  • Wären Ihre Leser nicht daran interessiert zu erfahren, dass das von Bill Gates gesponserte “AIDS-Spektakel” in Toronto als Plattform für wütende Angriffe – im Interesse der Pharma-Industrie –auf die Regierung von Südafrika diente, weil sie ihre Position bezüglich der Integration von Naturheilverfahren und gesunder Ernährung in die nationale Gesundheitspolitik nicht ändert?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen Herrn Specters Quellen für die falsche und irreführende “Liste von Ausführungen”, die angeblich in Herrn Specters Artikel veröffentlicht werden sollte, und dem “AIDS-Spektakel” von Toronto oder seinen Sponsoren?
  • Wenn ja, haben Herr Gates oder seine Stiftung versucht, Herrn Specter zu benutzen, um einen ungerechtfertigten Angriff auf Dr. Rath zu lancieren, weil Dr. Rath und die Dr. Rath Health Foundation die ersten waren, die auf ihrer Website die fragwürdige Natur der “Gates Foundation” aufgedeckt haben?

Dies ist nur eine kurze Liste von Fragen für eine weiterführende Recherche. Ihr Magazin hat in der Tat die einzigartige Chance, die wahren Fakten über die Rolle von Mikronährstoffen bei der Behandlung von Krankheiten wie AIDS und die beabsichtigte Desinformationskampagne der Pharma-Industrie bezüglich der Wirksamkeit von ARV’s zu recherchieren und zu veröffentlichen.

Unabhängig davon sollte sich Ihr Magazin mit den Umständen befassen, die Herrn Specter dazu verleitet haben, bis nahezu zur Veröffentlichung eines unverantwortlichen und diffamierenden Artikels zu gehen. Die Veröffentlichung des Artikels wäre für Ihr Magazin peinlich gewesen und ich bin sicher, dass Sie, Herr Remnick, als Herausgeber des „The New Yorker“ die notwendigen und angemessenen Schritte in die Wege leiten werden.

Angesichts dieser Ereignisse ist es jetzt noch zwingender, die Tatsachen sorgfältig unter die Lupe zu nehmen, um die Richtigkeit jeder Veröffentlichung bezüglich der AIDS-Epidemie zu gewährleisten. Ich bin sicher, dass „The New Yorker“ seine gesamten Ressourcen dafür aufbieten wird, wie es bei einem von Amerikas best recherchierten Magazinen Tradition ist.

Deshalb möchte ich abschließend nochmals wiederholen, dass ich “The New Yorker” als wissenschaftlicher Berater oder Interviewpartner für einen fundiert recherchierten Artikel über die wissenschaftlichen Möglichkeiten zur Bekämpfung der AIDS-Epidemie zur Verfügung stehe.

Hochachtungsvoll,

Dr. Matthias Rath

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