(-)Epigallocatechin-3-Gallat hemmt direkt die Aktivität von MT1-MMP und akkumuliert so nicht-aktiviertes MMP-2 auf der Zelloberfläche
Dell'Aica I, Dona M, Sartor L, Pezzato E, Garbisa S.
Abteilung für Experimentelle Biomedizinische Wissenschaften, Medizinische Hochschule von Padua, Padua, Italien.
Der Konsum von grünem Tee wurde mit der Prävention von Krebserkrankungen, Metastasierung und Angiogenese 1 in Verbindung gebracht. In Anbetracht der entscheidenden Rolle der Matrix-Metalloproteinase 2 -2 (MMP-2) beim Abbau der extrazellulären Matrix und damit zur Ausbreitung von Krebszellen haben wir die Wirkung des gegenwärtig wichtigsten Flavanols, dem (-)Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG), auf die Membran-Typ 1-MMP (MT1-MMP), den Rezeptor/Aktivator von MMP-2 untersucht. Ein fluorimetrischer Nachweis in einer Lösung mit aktiviertem MT1-MMP und eine Gelatine-Zymographie allein mit einer katalytischen Domäne der MT1-MMP sowie die Aktivierung von pro-MMP-2 durch die selbe Domäne offenbarte eine dosisabhängige Hemmung von MT1-MMP bei EGCG-Konzentrationen, die etwas niedriger lagen als es für die Hemmung von MMP-2 und MMP-9 berichtet wurde. Zell-Fluorimetrie 3 und Immunolokalisierung 4 zeigten, dass EGCG das Vorhandensein von MT1-MMP/TIMP-2/MMP-2 auf der Zellmembran nicht verminderte. Im Membranextrakt der menschlichen HT-1080 Fibrosarkomzellen verursachten 10 mikroM EGCG einen starken Anstieg der Menge an MT1-MMP und eine Akkumulation von pro-MMP-2, während das aktivierte MMP-2 sich nicht veränderte. EGCG übt also eine hemmende Wirkung auf MT1-MMP aus, was die Aktivierung von MMP-2 einschränkt; dies mag ihm die antiangiogene und antimetastasische Aktivität verleihen, die man mit grünem Tee in Verbindung bringt. Anm.:
Angiogenese = Bildung neuer Blutgefäße, Voraussetzung des Wachstums von Tumorgewebe
Matrix-Metalloproteinase = Bindegewebe spaltende Enzyme von Krebszellen
Fluorimetrie = Färbetechnik mit Fluoreszenz
Immunolokalisierung = Färbetechnik zum sichtbar machen bestimmter Substanzen |