Aufnahme und Ausscheidung des Tee-Flavonoids (-)Epicatechin-3-Gallat von Zellen der menschlichen Darm-Zelllinie Caco-2
Vaidyanathan JB, Walle T.
Abteilung für Zell- und Molekularpharmakologie und Experimentelle Therapien, Medizinische Universität von South Carolina, 173 Ashley Avenue, P.O. Box 250505, Charleston, SC 29425, USA.
(-)-Epicatechingallat (ECG) ist eines der Flavonoide des grünen Tees, dessen krebsvorbeugende Eigenschaften in vielen Modellsystemen nachgewiesen wurden. Der Umfang und Mechanismus der Akkumulation dieser Flavonoide in den Zellen ist jedoch nicht bekannt. Ziel dieser Studie war es, die Akkumulation von ECG durch die Darm-Epithelzelle Caco-2 und die dabei mitwirkenden Transportmechanismen zu bestimmen. Die Zellen wurden verschiedenen ECG +/- Transporthemmern ausgesetzt und bei 37 ºC inkubiert. Die aufgenommenen Flavonoide wurden extrahiert und mittels einer Hochleistungs-Flüssigkeits–Chromatographie quantifiziert. Die Aufnahme von ECG umfasste einen anfänglich schnellen, nicht sättigbaren Prozess sowie einen viel langsameren Sättigungsprozess. Die sättigbare Aufnahme von ECG durch die Caco-2 Zellen war Natrium-unabhängig, jedoch deutlich vom pH-Gradienten abhängig. Phloretin und Benzoesäure, Hemmstoffe des Monocarboxylat-Transporters (MCT), reduzierten die ECG-Aufnahme signifikant. Die ECG-Aufnahme in den Caco-2 Zellen verdoppelte sich bei Vorhandensein von 50 mikroM 3-[(3-[2-(7-Chlorochinolin-2-yl)Vinyl]Phenyl)-(2- Dimethylcarbamoylethylsulfanil )Methylsulfanil] Propionsäure (MK-571), was auf eine Mitwirkung des Multidrug-assoziierten Proteins (MRP)2 an der Ausscheidung von ECG schließen lässt. Dies wurde durch die Verwendung von Madin-Darby Nierenzellen von Hunden, an denen eine MRP2-Transfektion (Anm.: Einbringung eines Fremdgens) durchgeführt wurde, bestätigt. Ebenso war das P-Glycoprotein für einen Teil der ECG-Ausscheidung verantwortlich. MK-571 verursachte auch eine erhebliche Erhöhung der ECG-Akkumulation in Eierstockzellen chinesischer Hamster (CHO), was vermuten ließ, dass ECG ebenso ein Substrat für MRP1 ist. Zusammengefasst beweisen diese Beobachtungen, dass Membrantransporter, d. h. MCT, MRP2, P-Glycoprotein und MRP1 eine bedeutende Rolle bei der Zellakkumulation und den potentiellen Wirkungen von ECG spielen. |