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Geringere Häufigkeit des Prostatakarzinoms durch Selenergänzung: Ergebnisse einer Doppelblindstudie zur Krebsprävention.

Br J Urol 1998 May; 81 (5): 730-4

Clark LC; Dalkin B; Krongrad A; Combs GF; Turnbull BW; Slate EH; Witherington R; Herlong JH; Janosko E; Carpenter D; Borosso C; Falk S; Rounder J.
Arizona Krebszentrum, College of Medicin, Universität von Arizona, Tucson 85716, USA.

Ziel: Prüfung, ob nahrungsergänzendes Selen mit Änderungen in der Häufigkeit von Prostatakrebs assoziiert werden kann.
Patienten und Methoden: Insgesamt 974 Männer mit einer Vorgeschichte von entweder einem basalen oder einem squamösen Zellkarzinom wurden auf eine tägliche Ergänzung mit 200 µg Selen oder Placebo randomisiert. Die Patienten wurden durchschnittlich 4,5 Jahren behandelt und anschließend durchschnittlich 6,5 Jahren nachuntersucht.
Ergebnisse: Die Selenbehandlung wurde zwischen 1983 und 1993 mit einer signifikanten Verringerung (63%) des sekundären Endpunktes der Häufigkeit des Prostatakrebses assoziiert. In der Selengruppe traten 13 Prostatakrebsfälle und in der Placebogruppe 35 Fälle (relatives Risiko RR=0,37, p=0,002) auf. Unter Beschränkung der Analyse auf 843 Patienten mit ursprünglich normalen Spiegeln des prostataspezifischen Antigens (< oder = 4 ng/mL) wurden nach einer zweijährigen Behandlungspause nur vier Fälle in der Selengruppe und 16 Fälle in der Placebogruppe diagnostiziert (RR = 0,26, p=0,009). Es lagen auch für die anderen sekundären Endpunkte der gesamten Krebsmortalität und die Häufigkeit aller Lungen- und colonrektalen Karzinome erhebliche gesundheitliche Vorteile vor. Es trat keine signifikante Änderung der Häufigkeit primärer Endpunkte beim basalen und squamösen Zellkarzinom der Haut ein. Angesichts dieser Ergebnisse wurde die Blindphase der Studie frühzeitig gestoppt.
Zusammenfassung:
Obwohl Selen keine schützende Wirkung gegen primäre Endpunkte der squamösen und basalen Zellkarzinome der Haut zeigt, waren in der mit Selen behandelten Gruppe erhebliche Verringerungen der Häufigkeit von Prostatakrebs und der gesamten Krebshäufigkeit und Mortalität festzustellen, was eine weitere Untersuchung in gut kontrollierten Präventionsstudien erforderlich macht.

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