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Tee-Polyphenole im Urin und der Zusammenhang mit Magen- und Speisenröhrenkrebs: eine prospektive Untersuchung an Männern in Shanghai, China

Sun CL, Yuan JM, Lee MJ, Yang CS, Gao YT, Ross RK, Yu MC.
USC/Norris Comprehensive Cancer Center, University of Southern California Keck School of Medicine, 1441 Eastlake Avenue, Los Angeles, CA 90089-9176, USA. canlan@hsc.usc.edu

Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Tee und die Polyphenole des Tees antikarzinogene Eigenschaften aufweisen. Bisher gab es keine prospektiven Forschungsarbeiten, die den Zusammenhang zwischen den Polyphenolen und dem Krebsrisiko unter Anwendung von validierten Biomarkern untersuchten. In der vorliegenden Studie wurde das Design einer zusammengefassten Fallstudie für die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen prädiagnostischen Tee-Polyphenolmarkern im Urin und dem späteren Risiko für Magen- und Speiseröhrenkrebs verwendet. Einhundertneunzig auftretende Fälle von Magenkrebs und 42 Fälle von Speiseröhrenkrebs, die bei Mitgliedern der Kohorte von Shanghai (18 244 Männer im Alter von 45 und 64 Jahren bei der Rekrutierung, mit bis zu 12 Jahren Nachuntersuchung) vorkamen, wurden mit einer Kohorte von 772 Kontrollpersonen verglichen. Die Kontrollpersonen wurden individuell nach Alter, Monat und Jahr der Probenentnahme und Umgebung der Wohnung an die Vergleichsfälle angepasst (Verhältnis der Fallkontrollen = 1:3 für Magenkrebs, 1:5 für Speiseröhrenkrebs). Die Tee-Polyphenole im Urin, einschließlich Epigallocatechin (EGC) und Epicatechin (EC), und deren jeweilige Stoffwechselprodukte 5-(3',4',5'-Trihydroxyphenyl)-Gamma-Valerolakton (M4) und 5-(3',4'-Dihydroxyphenyl)-Gamma-Valerolakton (M6) wurden bei allen teilnehmenden Personen mittels eines gültigen Tests gemessen. Es wurden die odds ratio (ORs) und die 95 %-Vertrauensintervalle (CIs) aus logistischen Regressionsmodellen errechnet. Nach Ausschluss von Fällen, die während einer 4-jährigen Nachuntersuchungs­periode diagnostiziert wurden, zeigte eine EGC-Positivität im Urin statistisch signifikant einen umgekehrten Zusammenhang mit dem Risiko für Magenkrebs (OR = 0,52, 95% CI = 0,28-0,97). Berücksichtigt wurde dabei seropositive Werte für Helicobacter pylori, Tabakgenuss, Alkoholgenuss und der Serum-Karotinspiegel. Die schützende Wirkung trat primär bei Personen auf, die niedrige (unterhalb des Populationsmedians liegend) Serum-Karotinwerte aufwiesen. Das odds ratio für EGC-Positivität lag bei 0,49 (95% CI = 0,26-0,94) bei Personen mit niedrigen Serum-Karotinwerten, während das entsprechende odds ratio bei Personen mit höheren Serum-Karotinspiegeln bei 1,02 (95% CI = 0,46-2,28) lag. Ähnliche Zusammenhänge zwischen Tee-Polyphenolen und dem Krebsrisiko wurden beobachtet, wenn die Lokalisation von Magen- und Speiseröhrenkrebs kombiniert wurde. Die vorliegende Studie liefert einen direkten Beweis dafür, dass die Teepolyphenole als chemopräventive Mittel gegen die Entwicklung von Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs wirken können.

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